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Sven Skoda: Bald Anklage gegen Neonazi

Sven Skoda : Bald Anklage gegen Neonazi

Die Internetseite des rechtsextremen "Aktionsbündnisses Mittelrhein" ist seit dem 13. März unverändert. "Zur Zeit" heißt es da in alter Rechtschreibung, fänden "bei mehreren Kameraden Hausdurchsuchungen statt". Diese Durchsuchungen des polizeilichen Staatsschutzes freilich sind längst abgeschlossen.

Mehr noch: Er rechne "demnächst mit der Erhebung der Anklage" gegen mehrere, im Rahmen einer Razzia festgenommene Angehörige der rechtsextremen Szene, teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Koblenz auf Anfrage mit.

Seine Behörde hatte die Durchsuchungen im Hauptquartier des Aktionsbüros in Bad Neuenahr-Ahrweiler und bei einigen seiner Unterstützer angeordnet. Gegen 33 Personen ermittelt die Staatsanwaltschaft, die das Aktionsbüro als kriminelle Vereinigung betrachtet. Zu den 24 Aktivisten, gegen die nach der Razzia ein Haftbefehl erging, gehört auch der Düsseldorfer Neonazi Sven Skoda. Der 34-Jährige hatte seine Wohnung in Eller vor einem Dreivierteljahr aufgegeben und sich offiziell im sogenannten Braunen Haus in Bad Neuenahr angemeldet. Jetzt wird ihm die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, zu deren Repertoire die gezielte Ausforschung von Antifaschisten, deren Bedrohung und mehrere Fälle von schwerem Landfriedensbruch gehören sollen.

In Düsseldorf hatte Skoda vor allem als Betreiber eines "Nationalen Info Telefons" von sich reden gemacht, war als Anmelder rechtsextremer Demos aufgetreten und führte eine sogenannte Freie Kameradschaft von Neonazis an. Seit er sein IT-Studium in Holland abgeschlossen hat, soll er in einer Softwarefirma im Rheinland gearbeitet und seine politischen Aktivitäten auf die Niederlande und außerhalb seiner Heimatstadt konzentriert haben.

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Er pflegte enge Kontakte zu führenden Neonazis und NPD-Mitgliedern in ganz Deutschland, darunter auch zu dem ebenfalls in Untersuchungshaft sitzenden Kölner Neonazi Axel Reitz. Zuletzt hatte Skoda an Heiligabend in Bielefeld einen Nazi-Aufmarsch organisiert — nur wenige Wochen nach Entdeckung der Mordserie, die das Neonazi-Trio von Zwickau begangen hatte.

Die Koblenzer Ermittler holten Skoda im März in einem Düsseldorfer Unterschlupf ab, stellten auch umfangreiches Datenmaterial sicher. Szenekenner schätzen, dass sich darunter viele Informationen finden, die der Neonazi seit Jahren über politische Gegner, Polizisten und Journalisten gesammelt haben soll.

(RP/sg/jco)