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2,4 Millionen für neuen Fußboden: Bahnhofsvorplatz wird erst 2013 saniert

2,4 Millionen für neuen Fußboden : Bahnhofsvorplatz wird erst 2013 saniert

Der Hauptbahnhof bekommt für 2,4 Millionen Euro einen neuen Fußboden. Weiß wird er sein, und auch ein Blindenleitsystem ist integriert. Nach dem insgesamt 19,4 Millionen Euro teuren Gebäude-Umbau wird sich die Sanierung des Konrad-Adenauer-Platzes aber um Jahre verzögern.

In den vergangenen zehn Jahren sind rund 19,4 Millionen Euro in das Sanierungs- und Umbauprojekt Hauptbahnhof geflossen. Allein die Renovierungsarbeiten am Fußboden in der Bahnhofshalle, die derzeit laufen, werden rund 2,4 Millionen Euro verschlingen. Bis Ende des Jahres soll der Boden erneuert sein. Die weiteren Arbeiten, vor allem am Konrad-Adenauer-Platz, verzögern sich jedoch. Erst ab 2013 werden die Arbeiten zur Generalüberholung beginnen können, sagte jetzt Planungsamtsleiter Richard Erben.

Die Erneuerung des Bodenbelags vollzieht sich derzeit in vielen kleinen Schritten, in 45 Teilstücken wird der Boden strahlend weiß. Die Arbeiten im Nordtunnel sind darin enthalten. "Das ist notwendig, da wir den Bahnhofsbetrieb ganz normal fortführen", sagt Bahnhofsmanager Peter Grein.

Während des Eurovision Song Contest und seinem großen Besucherandrang habe man allerdings die Bauarbeiten ruhen lassen. "Die Flächen, an denen gearbeitet wurde, haben wir mit Spanplatten abgedeckt, so dass der Boden ebenmäßig war", erklärt Grein. Dem hohen Publikumsaufkommen werde man auch dadurch gerecht, dass die Arbeiten teilweise nachts ausgeführt würden. Immerhin passieren etwa 250 000 Fahrgäste und Kunden die Gänge und die Halle des Hauptbahnhofs.

Allein die Modernisierung des Brandschutzes und der Sicherheitseinrichtungen hat mit 14 Millionen Euro das meiste Geld gekostet. Weitere drei Millionen Euro gingen in die hellgraue Verkleidung der Decke und deren Beleuchtung.

Das umfangreiche Renovierungskonzept schließt behindertengerechte Lösungen ein. Während die Bereiche vor den Aufzügen in der Haupthalle bearbeitet werden, sollen Fahrgäste auf die Aufzüge im Nordtunnel ausweichen können. Diese Arbeitsschritte sollen besonders zügig vonstattengehen.

"Für Rollstuhlfahrer werden wir außerdem Treppenraupen anbringen", so der Bahnhofsmanager, "darauf lässt sich ein Rollstuhl befestigen und wird dann mit raupenartigen Bewegungen über die Stufen nach oben bewegt".

Auch sehbehinderte Menschen sollen sicher durch das belebte Gebäude gelangen können. "Ein Blindenleitsystem bringen wir nicht nur in der Bahnhofshalle an, sondern auch auf den Bahnsteigen", fährt Grein fort. Die wellenartige Struktur im Boden wird hier für nicht sehbehinderte Menschen weiß, in der Halle schwarz gekennzeichnet sein.

Trotz aller Geschäftigkeit im Bahnhofsgebäude wird der Umbau auf dem Konrad-Adenauer-Platz aber weiter auf sich warten lassen. "Wir rechnen nicht vor Ende 2013 mit dem Beginn der Arbeiten", sagt Stadtplanungsamtsleiter Richard Erben. Grund für die Verzögerung seien verschiedene Eigentumsverhältnisse an dem Platz. Die seien immer noch nicht geklärt. Hinzu kämen außerdem noch "komplizierte Ingenieuraufträge" für die Straßenplatzgestaltung, die es noch zu vergeben gelte. Hier gebe es noch keine Firmen, die mit den Arbeiten beauftragt seien.

Dabei hatten sich alle Beteiligten schon seit Jahren für eine Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes ausgesprochen. Dafür war 2006 zu einem Architektenwettbewerb aufgerufen worden. "Die Pläne sehen Baumpflanzungen im Norden und Süden des Platzes vor, er soll übersichtlich und großzügig wirken", sagt Erben. Auch die Unterstände an den Straßenbahnhaltestellen sollten erneuert werden. Für die "Imbisswagen" vor dem Eingang soll es Änderungsvorschläge geben. Ziel dieser Bemühungen ist es, die sogenannte Aufenthaltsqualität des Platzes zu verbessern. Denn oft fühlen sich Besucher nicht sicher auf dem Bahnhofsvorplatz. Die Schießerei, die sich am vergangenen Dienstag vor dem Bahnhof ereignete, dürfte das negative Image bestätigt haben. Der Konrad-Adenauer-Platz ist für viele Menschen als "Eingangstür" der Landeshauptstadt nicht repräsentativ.

(RP)