Düsseldorf: Bahnhofsviertel mit "Kulturbogen" aufwerten

Düsseldorf: Bahnhofsviertel mit "Kulturbogen" aufwerten

Die Straßenzüge zwischen Hauptbahnhof und Berliner Allee, Immermann- und Graf-Adolf-Straße sind attraktiv, weil zentral gelegen, mit einem großen und internationalen Gastronomie-Angebot. Doch die Gegend hat auch Probleme: mit Drogen- und Trinkerszene, Straßenstrich, vielen Wechseln und Leerständen im Einzelhandel.

Vor knapp fünf Jahren hat der Stadtrat beschlossen, das Gebiet durch verschiedene Konzepte zu unterstützen und aufzuwerten. Gemeinsam mit zwei Standortgemeinschaften, in denen Händler, Anwohner und Hauseigentümer vertreten sind, hat die Stadt nun erste konkrete Pläne erarbeitet und der zuständigen Bezirksvertretung 1 als erstem politischen Gremium präsentiert.

Im Zentrum des Konzepts stehen drei Verbindungsachsen vom Hauptbahnhof zur Altstadt und zum Rhein. Ihr individueller Charakter soll wie durch Lichtspots herausgehoben werden — auch durch Schilder, die für jene, die am Bahnhof ankommen, als Tore in die Stadt funktionieren. Nach dem Kö-Bogen soll nun an dieser Stelle der Innenstadt der "Kulturbogen" geschlagen werden: zum einen über die Graf-Adolf-Straße mit dem Reifen-Yucca-Konzept von Tita Giese auf dem Stresemannplatz, dem Savoy, dem K 21 und schließlich dem Apollo-Varieté am Rhein als Endpunkt. Auf der anderen Seite des Hauptbahnhofs führt die kulturelle Route an der Probebühne des Schauspielhauses, dem Studio Central vorbei zum Worringer Platz und auf die Erkrather Straße mit Tanztheater und der Musical-Bühne Capitol. Die Immermannstraße, Zentrum der japanischen Gemeinde in Düsseldorf, soll vom Bahnhofsplatz aus als Internationale Achse markiert werden.

Die Bereiche dazwischen und daneben sind als Mobilitätsachsen konzeptioniert — die Bismarckstraße vor allem für Fußgänger, die Friedrich-Ebert-Straße und der Worringer Platz für Autos und ÖPNV. Auf der Karlstraße und auf der Friedrich-Ebert-Straße sind Radwege-Streifen vorgesehen. Außerdem soll dieser Bereich inklusive der Nebenstraßen durch Bänke, Leuchten, kleine Aufenthaltsräume und neue Überwege aufgewertet werden. Dies soll dann auf das gesamte Umfeld ausstrahlen.

Als Schlusspunkt des Prozesses ist die seit vielen Jahren geplante Umgestaltung des unattraktiven Bahnhofsvorplatzes vorgesehen. Nach Angaben der Stadt sind die Gespräche mit der Bahn AG als Eigentümerin der Fläche noch immer nicht abgeschlossen. Der Umbau soll nach Angaben der Stadt frühstens 2016 beginnen, wenn die Projekte Kö-Bogen und Wehrhahn-Linie abgeschlossen sind.

(RP)