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Düsseldorf: Bahn saniert S-Bahnhöfe für 7,6 Millionen

Düsseldorf : Bahn saniert S-Bahnhöfe für 7,6 Millionen

Die Modernisierungsoffensive der Deutschen Bahn erreicht die Haltestellen Derendorf, Zoo und Wehrhahn. Pendler müssen mit erheblichen Einschränkungen rechnen. Der Derendorfer Bahnhof könnte zur Abbruch-Ruine werden.

Barrierefreie Bahnsteige, neue Dächer, Videoüberwachung, bessere Beleuchtung: Geht es nach der Bahn, werden Pendler die S-Bahnhöfe Derendorf, Zoo und Wehrhahn in ein paar Monaten kaum wiedererkennen. "Modernierungsoffensive 2" lautet der etwas sperrige Titel des Programms. Es soll helfen, Düsseldorfs Haltepunkte aus dem Keller der Fahrgast-Bewertungen heraus zu holen.

Heruntergekommen und verdreckt: Die S-Bahnhöfe Derendorf, Zoo und Wehrhahn (Foto). Foto: Andreas Bretz

Zur Erinnerung: Im letzten Stationsbericht des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) hatten Tester 13 von 25 Düsseldorfer Stationen ein "nicht akzeptables Erscheinungsbild" bescheinigt. In keiner anderen Großstadt des VRR-Gebietes fiel das Urteil so negativ aus. "Mehr Licht, mehr Sicherheit, mehr Komfort", benennt Bahnsprecher Dirk Pohlmann denn auch die Marschrichtung, mit der aus manch rotem Punkt ("nicht akzeptabel") im VRR-Bericht bald ein grüner ("akzeptabel") werden soll.

Während die Aufwertung der drei Stationen für 7,6 Millionen Euro auf breite Zustimmung trifft, kritisieren Bezirkspolitiker bereits den konkreten Ablauf der Arbeiten. Tatsache ist: Pendler müssen mit vielen Einschränkungen rechnen.

Dauer In dieser Woche beginnen die Arbeiten, die im Herbst 2014 beendet sein sollen.

Sperrungen Auswirkungen auf den Zugverkehr gibt es zunächst in Fahrtrichtung Norden. Zwischen Dienstag, 23. Juli, und Freitag, 30. August, halten die Züge der Linien S 1, S 11 und S 6 an den drei Haltepunkten zwischen 5 Uhr morgens und 20.15 Uhr gar nicht. Voraussichtlich ab 3. September bis zum 11. Oktober wird es in der Gegenrichtung so sein. "In der Nacht und an den Wochenenden können die S-Bahnen wegen der geringeren Taktung auf dem jeweils gegenüberliegenden Gleis halten. Zu den Hauptverkehrszeiten ist das nicht möglich", meint Pohlmann.

Schienenersatzverkehr Auf Ersatzbusse können die Pendler nicht umsteigen. Stattdessen empfiehlt die Bahn ihren Kunden bis zu den Bahnhöfen in Unterrath oder Rath-Mitte durchzufahren, dort auf dem gegenüberliegenden Gleis die Bahn in die Gegenrichtung zu nehmen und dann in Derendorf, am Zoo oder am Wehrhahn auszusteigen. "Der zeitliche Mehraufwand liegt bei sechs bis 30 Minuten, mit Ersatzbussen würde man mindestens so viel Zeit verlieren", sagt Pohlmann. "Wir werden Anfang September prüfen, ob das in den Ferien angewandte Konzept eventuell nachgebessert werden muss", ergänzt VRR-Sprecherin Sabine Tkatzik.

Derendorfer Bahnhof Das alte Gebäude an der Münsterstraße und der dortige Treppenabgang werden abgemauert und stillgelegt. Abbruch- oder Nutzungspläne für das Gebäude hat die Bahn nicht. "Andere Maßnahmen und Projekte haben Priorität", sagt Pohlmann. Der Zugang zum Gleis erfolgt künftig auf der gegenüberliegenden Seite, dort wo jetzt der Aufzug ist.

(jj)