Düsseldorf: Bahn plant große Umbauten für RRX

Düsseldorf : Bahn plant große Umbauten für RRX

Die Planungen für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) werden konkreter – und auf Düsseldorf kommen immense Bauvorhaben zu.

Die Planungen für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) werden konkreter — und auf Düsseldorf kommen immense Bauvorhaben zu.

Die Bahn stellt in den kommenden Wochen erstmals der Öffentlichkeit vor, welche Arbeiten für die neue Schnellverbindung vorgesehen sind. Im kommenden Jahr startet dann das sogenannte Planfeststellungsverfahren, das Grundlage für den Bau ist. Deshalb müssen Anwohner Bedenken bald vorbringen.

Bund und Bahn wollen die Strecke zwischen Duisburg und Düsseldorf-Reisholz durchgehend auf sechs Gleise erweitern — mit großen Folgen für die Anwohner. Der Lärmschutz muss überall dort, wo gebaut wird, auf modernen Standard gebracht werden. Die Bahn will drei bis vier Meter hohe Lärmschutzwände an großen Teilen der Strecke bauen. Außerdem sollen Brücken verbreitert, Bahnhöfe umgestaltet und zwei große Kreuzungsbauwerke errichtet werden.

Der Schnellzug, der wohl frühestens in zehn Jahren rollen wird, soll die Verbindung zwischen den Großstädten in Ruhrgebiet und Rheinland erheblich verbessern. So soll vier Mal pro Stunde ein RRX zwischen Dortmund und Köln verkehren. Bislang gibt es zum Beispiel von Düsseldorf nach Köln nur zwei — häufig überfüllte — Regionalexpress-Verbindungen pro Stunde.

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In Angermund haben die geplanten Bauten bereits große Sorgen ausgelöst. Die Anwohner begrüßen zwar, dass die Bahn den Bahnhof modernisieren und den Lärmschutz verbessern will. Zugleich gibt es Befürchtungen, dass der Stadtteil von meterhohen Lärmschutzwänden durchschnitten wird. Die örtliche CDU sorgt sich vor Wänden "höher als die Berliner Mauer".

Heikel ist auch die Planung für die Innenstadt-Strecke südlich des Hauptbahnhofs. So ist vorgesehen, die Gleise zehn Meter weiter in den Volksgarten zu legen. In Reisholz soll in der Nähe von Wohnhäusern ein 13 Meter hohes Kreuzungsbauwerk entstehen.

Die Bahn kündigt an, die Bürger "aktiv" in die Planung einzubeziehen. Als ersten Schritt informiert sie ab der kommenden Woche in drei Veranstaltungen über die Planungen für die verschiedenen Streckenabschnitte (siehe Infokasten). Die Bürgerbeteiligung soll massive Proteste vermeiden helfen — immer wieder fällt bei den Beteiligten das Negativbeispiel Stuttgart 21. "Wir erwarten, dass die Bürger überzeugt werden", sagt auch der Bundestagsabgeordnete Thomas Jarzombek (CDU), selbst ein Befürworter des RRX. Man müsse gemeinsam die bestmöglichen Lösungen zum Beispiel für den Lärmschutz finden.

Weiter ungewiss ist, wie stark die Anwohner im Düsseldorfer Süden vom RRX profitieren. Bislang sind nur Halts an Flughafen und Hauptbahnhof vorgesehen. Der Bund prüft aber noch, ob der Schnellzug auch Benrath ansteuern wird.

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