Düsseldorf: Baby zu Tode geschüttelt: Vater streitet ab

Düsseldorf : Baby zu Tode geschüttelt: Vater streitet ab

Achselzuckend und unter Tränen bestritt ein 31-jähriger Hilfsarbeiter am Freitag vor dem Landgericht, seine drei Monate alte Tochter Julia im November 2009 zu Tode geschüttelt zu haben. Das Baby starb damals an schweren Hirnblutungen, Gutachter werten das als Folge eines Schütteltraumas.

Doch der Vater beteuerte weinend: "Das habe ich nicht getan oder nicht gewollt!" Frühere Geständnisse bei der Polizei seien lediglich Übersetzungsfehler aus dem Polnischen. Der Vorwurf lautet nun auf Körperverletzung mit Todesfolge. "Ich habe das Kind immer nur gewiegt, nicht geschüttelt!" Darauf beharrte der 31-Jährige zu Prozessbeginn. In früheren Aussagen soll er der Polizei gesagt haben, er habe die kleine Julia "zehn Minuten geschüttelt".

Drei Wochen vorher schonmal bewusstlos geschüttelt

"Ich meinte gewiegt", korrigierte er nun. Das Mädchen, das er neben dem zweijährigen Sohn seiner Partnerin (30) immer betreute, sobald die Mutter der Kinder zur Arbeit ging, habe "oft Bauchschmerzen gehabt", viel geschrien, wenig Nahrung angenommen. In der Wohnung an der Scheurenstraße soll der Angeklagte seine Tochter aber bereits drei Wochen vor ihrem Tod so heftig geschüttelt haben, dass das Baby bewusstlos in eine Klinik musste.

Doch der Angeklagte behauptet, Julia sei in seinen Armen ohne jeden Anlass "schlaff und leblos wie eine Puppe" geworden. Drei Wochen später, Anfang November 2009, habe sich das wiederholt. Er sei "in Panik" geraten. Aber geschüttelt habe er das Baby nicht. "Nur immer gewiegt!" Julias Mutter hatte den Angeklagten zunächst als fürsorglichen Vater beschrieben. Doch als Zeugin sagte sie gestern: Zweimal habe sie ihm das Kind "weggenommen", weil er das Baby grob angefasst, gar geschüttelt habe.

Nachbarn hatten erklärt, er habe die Tochter auch angeschrien und ihren Kinderwagen heftig gerüttelt, wenn Julia weinte. Die Anklage geht davon aus, dass der Vater zur Tatzeit übernächtigt und mit der Betreuung des Kindes überfordert war, wenn es schrie oder keine Nahrung annahm. Der Prozess geht am 1.August weiter.