Autofreier Sonntag in Düsseldorf: Eine Stadt ohne Autos – fast

So lief der Aktionstag in Düsseldorf : Eine Stadt ohne Autos – fast

Beim autofreien Sonntag eroberten Fußgänger, Radfahrer und Nutzer von E-Scootern die Düsseldorfer Innenstadt. Zudem konnten Besucher kostenlos mit der Rheinbahn fahren – in den Bahnen und Bussen, aber auch virtuell.

Die ersten Schritte waren noch sehr zaghaft, immer wieder schauten sich die Passanten um, ob nicht doch ein Auto kommt, bevor sie vom Bürgersteig auf die Fahrbahn der Königsallee wechselten. Denn ganz ohne Verkehr ging es auch am autofreien Sonntag nicht. Einzelne Busse und vor allem Fahrräder und E-Scooter eroberten die sonst von Pkws dominierten Straßen.

Mit VR-Brille: OB Thomas Geisel (l.) und Rheinbahn-Chef Klaus Klar auf der Aktionsmeile. Foto: Daniel Schrader

Parallel zur Feier des Weltkindertags, dem Fischmarkt und dem Hohe-Straße-Fest erklärte die Stadt am Sonntag das Zentrum zur autofreien Zone. Viele Besucher nutzten aber vor allem das gute Wetter, um in der Altstadt zu verweilen oder eines der besagten Feste zu besuchen. Mit dem Aktionstag sollte in erster Linie aber ein Zeichen für Nachhaltigkeit und Umweltschutz gesetzt werden. Entsprechend konnten sich die Bürger auf einer Infomeile an der Heinrich-Heine-Allee über die städtischen Projekte zur Verkehrswende informieren. Allen voran war dabei die Rheinbahn, die vor Ort einen ihrer beiden Elektrobusse vorstellte. Diese noch sehr überschaubare Flotte soll aber bald um zehn weitere elektrobetriebene Fahrzeuge erweitert werden. Ein weiteres Ziel ist eine Vorrangschaltung von Ampeln, also die Vorfahrt für Busse und Bahnen. „Die Zielsetzung ist, dass Bahnen nur noch an Haltestellen halten“, sagte Rheinbahn-Chef Klaus Klar.

Die Heinrich-Heine-Allee war gesperrt, Elektrobusse durften als Ausstellungsstück passieren. Foto: Uwe-Jens Ruhnau

Was das im Detail bedeutet, konnten Besucher mit einer Virtual-Reality-Brille herausfinden, die einen auf den Beifahrersitz einer Straßenbahn oder eines Busses setzte. Ein Angebot, das neben Klaus Klar such Oberbürgermeister Thomas Geisel nutzte. Letzterer war an diesem Tag mit dem Fahrrad angereist, wie er erzählte. Wie das in Zukunft noch flüssiger funktionieren soll, präsentierte Ingo Pähler, Leiter des Amts für Verkehrsmanagement, der die Pläne für den Ausbau des Radwegnetzes vorstellte. Diese Entwicklung könne jedoch entschiedener verfolgt werden, so die Meinung des Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Clubs (ADFC), der ebenfalls mit einem Stand vertreten war. „Es könnte schneller gehen“, sagte Jan-Philipp Holthoff. Anregungen wie die Freigabe von Einbahnstraßen, würden teilweise mehr als ein Jahr auf eine Umsetzung warten.

Wer sich nicht auf sein Fahrrad setzte, konnte an diesem Tag mit  kostenlos mit der Rheinbahn fahren. Um das erhöhte Aufgebot an Fahrgästen zu bewältigen, waren die Straßen- und Stadtbahnen sowie die Metrobusse des Unternehmens im Samstagsfahrplan im Einsatz, insgesamt waren 20 zusätzliche Busse und 55 Bahnen im Einsatz, die laut Angaben des Unternehmens auch gut ausgelastet waren. Zudem verkehrten zwischen Hauptbahnhof und Polizeipräsidium zahlreiche historische Fahrzeuge. Gut ausgelastet waren auch die Parkhäuser im Rheinufertunnel sowie an der Rheinterrasse, die am Nachmittag nahezu vollständig belegt waren.

Der autofreie Sonntag hatte Liliput-Format, findet RP-Lokalchef Uwe-Jens Ruhnau in seinem Kommentar.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So sieht die autofreie Düsseldorfer Innenstadt aus

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