Austtellung in einem Hinterhof in Düsseldorf-Flingern

Kunst in Düsseldorf : Kontraste in industriellem Ambiente

Mona Vagedes hat mit weiteren Künstlern eine Werkstatt an der Hoffeldstraße in Flingern in ein Atelier verwandelt.

Wer in Flingern an der Hoffeldstraße die Hausnummer 88 und ein dunkelrotes Tor gefunden hat, darf weiter auf Entdeckungsreise gehen. Im Hinterhof öffnet sich ein weiteres Tor und der Besucher kann eintreten in eine alte Halle, in der früher ein Schmied gearbeitet hat. Heute ist der Raum Werkstatt und Atelier zugleich. Zuletzt durfte er sich auch als Ausstellungsfläche zeigen.

Mona Vagedes, die diesen Raum mit Sohn Jan und Ehemann Michael nutzt und selbst künstlerisch aktiv ist, hat eine bemerkenswerte Ausstellung initiiert. Aber bevor 15 Kunstschaffende hier ihre Arbeiten präsentieren konnten, hatte sie aus dem Eingangsbereich einen Showroom gemacht, alle tristen Farben entfernt, auf die rohe Erde einen Betonboden gegossen und Galerieschienen an die Wände gebracht. Das vorgegebene und dem Ambiente geschuldete Thema lautete „Kontraste“. Die abstrakten Bilder in unterschiedlicher Farbgebung machten deutlich, wie facettenreich diese Vorgabe umgesetzt werden kann. Trotzdem verbindet die 15 Ausstellenden etwas Existentielles – sie sind Schüler des Wuppertaler Künstlers Christian von Grumbkow.

„Hier können alle ihre Kreativität beweisen. Wir zeigen eine Bandbreite passender Interpretationen“, fasst der Kunstlehrer zusammen. Sein Credo ist, mit „künstlerischer Arbeit und den Farben die Wahrnehmung zu schulen, den Blick wieder verstärkt auf den Menschen und die Natur zu richten“. Das gefällt seinen Schülerinnen und Schülern – Beweis dafür ist das an einer improvisiert aufgestellten Wand in der Werkstatt platzierte Tafelbild, ein Gesamtkunstwerk, das sich aus 24 kleinen Arbeiten im 30x30-Format zusammensetzt. Auch am unverputzten Mauerwerk war Kunst zu sehen. „Wir wollen uns noch mal verwirklichen, nach dem beruflichen Stress unsere Leidenschaft ausleben. Malen macht glücklich“, sagen die Grumbkow-Schüler Andrea Norpoth, Mona Vagedes, Jürgen Hinneburg und Artur Käseberg.

Frank Simon aber, der aus Schrott­abfällen Skulpturen erstellt, gehört nicht zu der Gruppe. Er – mit Mona Vagedes befreundet – schöpft aus dem, was in dem Raum lagert. Von Blechresten über Metallspäne, Dach­ziegel, Nägel bis hin zu einem alten Gerüst ist hier alles zu finden. Dem reichlich erschienenen Publikum, das es sich auch bei Tapas aus „Natalies Küche“ gutgehen ließ, gefiel diese Art, Kunst zu zeigen.

Und auch Mona Vagedes ist zufrieden: „Ich möchte auch unserem Vorfahren und Gestalter des ‚Ratinger Tors‘, dem bekannten Architekten Adolph von Vagedes, gerecht werden.“ Auch deshalb wird die Werkstatt weiterhin von Zeit zu Zeit für kulturelle Veranstaltungen mit Kunst, Literatur oder Musik genutzt werden.

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