Ausstellung "PS: Ich liebe dich": Kunstpalast Düsseldorf zeigt Sportwagen der 1950er bis 1970er Jahre

Ausstellung "PS: Ich liebe dich" im Kunstpalast Düsseldorf: Die ersten Sportwagen stehen im Museum

„PS: Ich liebe Dich“: 29 Sportwagen der 1950er bis 1970er Jahre werden ab Ende September im Kunstpalast Düsseldorf gezeigt. Die Auto haben eine Wert von einigen Hunderttausend – und bis zu zehn Millionen Euro.

Das Leben ist zu kurz, um immer nur ernst zu sein. Man muss sich auch mal was gönnen. Was Verrücktes. Was Schönes. Der Ferrari 250 GT Caifornia Spyder, Baujahr 1960, käme für diese Laune in Frage. Das elegante schwarze Schmuckstück, gerade lang genug gestreckt, um raubkatzenhaft schnell, aber nicht hässlich auszusehen,   ist ab dem 27. September im Kunstpalast zu bewundern. Das Auto entstammt einer Privatsammlung und hat einen Marktwert von zehn Millionen Euro.

Diese Ausstellung passt zu Düsseldorf, zur Lebenslust der Rheinländer. Man kann  sich vorstellen, wie Menschen vor diesen Design-Ikonen stehen und sich nach dem Rundgang im Geiste eine aussuchen. Für schwache oder schöne Stunden, wenn eine Ausfahrt die Laune heben oder krönen soll. Den ersten Porsche 911 etwa, der da in Kristallblau steht, sechs Zylinder, 130 PS, gerade mal 210 km/h schnell.

Die Ausstellung wird in diesen Tagen vorbereitet, gut zehn Autos waren bis Donnerstag über den Aufzug ins Haus gelangt. Da wurde es auch mal eng, an einer Betonwand musste ein bisschen was weggefräst werden, damit ein Schlitten um die Ecke kam.  „Einige der Autos kommen auf dem Hänger, andere auf Achse“, sagt Dieter Castenow. Der erfolgreiche Werber ist einer der beiden Kuratoren der Ausstellung „PS: Ich liebe Dich. Sportwagen-Design der 1950er bis 1970er Jahre“.

Er hat vor einigen Jahren mal für das Museum gearbeitet, und als Barbara Til, stellvertretende Leiterin der Sammlungen im Kunstpalast, die Auto-Ausstellung konzipierte, dachte sie gleich an ihn, denn Castenow ist selbst Fan und Sammler. Und er kennt viele andere Sammler, was sehr hilfreich ist. Also haben die beiden die PS-Sause zusammen organisiert. Barbara Til selbst begeistert sich für Autos wie Castenow, denn sie ist familiär vorbelastet – ein Onkel liebte Automobile. Beim Fachsimpeln über  Hüftknick (am Reifen), Gummilippen  oder technisch notwendige Flügeltüren am Mercedes 300 SL Coupé steht sie nicht auf dem Standstreifen, sondern hängt rhetorisch gut am Gas.

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Rund die Hälfte der raren Exemplare kommt aus der Region, andere von großen Herstellern wie Mercedes oder Porsche. Die überlassen nichts dem Zufall,  bringen die  Fahrzeuge selbst und überwachen ihre Aufstellung. Es  sind ohne Frage Kunstwerke der Designwelt, womit die Frage beantwortet ist, ob sie ins Museum gehören. Das MoMa in New York hat gleich nach dem Krieg Autos ausgestellt, acht Exemplare waren es 1951.

Felix Krämer, Direktor des Kunstpalasts, bezieht sich in seinem Katalog-Vorwort auf diese Schau: „Auch wir stellen die Fahrzeuge wie Skulpturen auf Sockel, um den Betrachter für die ästhetischen Dimensionen dieser mit viel Liebe zum Detail gestalteten Objekte zu sensibilisieren. Doch anders als die Kollegen damals im MoMA zeigen wir keine Autos unserer Gegenwart.“

Es sei ihnen bewusst, dass heute eine solche Schau ein gänzlich anderes Projekt darstellen würde, da nicht nur der herkömmliche Verbrennungsmotor zunehmend der Vergangenheit angehöre, sondern in Zeiten selbstfahrender Autos und dem Verkehrsinfarkt in den Ballungszentren „sich auch unser Verhältnis zur Mobilität momentan grundlegend ändert“.

Die Attraktivität der zunächst rundlich-geschmeidigen und später keilförmigen Flitzer dürfte sich der Debatte  um verstopfte Straßen und Luftreinheit elegant durch einen Tritt aufs Pedal entziehen. Und übrigens, wenn Sie sich eines der Modelle aussuchen: Der California ist schon weg (die Wahl hatte nichts mit seinem Wert zu tun).

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ausstellung „PS: Ich liebe Dich“ - die ersten Traumwagen in Düsseldorf angekommen