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Ausstellung mit Fenster-Bildern im Melanchtonhaus in Düsseldorf

Kunst in Düsseldorf : Ein Blick durch die Fenster

Da wegen Corona keine Ausstellungen in einer Kirche möglich sind, zeigen die Mitglieder der Malwerkstatt ihre Bilder in den Fenstern des Melanchtonhauses an der Graf-Recke-Straße. Es ist der Auftakt neuer Aktitivitäten des Quartiersprojektes „Nachbarschaft stiften“.

Seit Corona liegen auch die vielen Aktivitäten des Quartiersprojekts „Nachbarschaft stiften” der evangelischen Oster-Kirchengemeinde in Düsseltal und Grafenberg brach, das Melanchtonhaus an der Graf-Recke-Straße ist weitgehend verwaist. Auch den „Glorreichen Sieben“ der Malwerkstatt bleibt nichts anderes übrig, als ihrer Kreatitivtät zu Hause freien Lauf zu lassen, „sehr gerne auf dem Balkon“, sagt Bettina Kleinschmidt. Und so haben die Frauen in den vergangenen Monaten trotzdem viele neue Bilder gemalt. „Ich war sogar kreativer als sonst in der Gruppe, man wird nicht abgelenkt, auch wenn das Feedback der anderen natürlich fehlt“, erzählt Bea Halm-Schloesser.

Jedenfalls: Eine Frühjahrsausstellung mit den neuen Werken, wie sie unter normalen Umständen jetzt anstehen würde, konnte nicht organisiert werden. Zwar dürfen Museen und Galerien eingeschränkt wieder öffnen, „für ein Gotteshaus gelten aber andere Regelen, das ist so eine Art Grauzone“, sagt Pfarrer Alfred Geibel. Also hat sich Quartiersmanagerin Birgit Keßel etwas anderes überlegt: Die Bilder werden ins Fenster gehängt, können so von außen begutachtet werden, ohne das Haus betreten zu müssen. Die Künstlerinnen werden ihre Gemälde mit kleinen, erklärenden Texten versehen. Und sollte der Andrang mal größer ausfallen, regeln Bodenmarkierungen die Mindestabstände. Ab Samstag, 16. Mai, werden die Werke voraussichtlich bis Mitte Juni in den Fenstern zu sehen sein.

Die Fenster-Ausstellung der Malwerkstatt soll nur der Auftakt einer Reihe neu erwachter Aktivitäten des Quartiersprojekts sein. Ab der nächsten Woche folgt eine Podcast-Serie über Menschen der Gemeinde, die über ihr Leben während der Corona-Pandemie erzählen. Als erste wird Bea Halm-Schloesser, die auch federführend das Konzept des Projekts gestaltet hat, etwas zu der Ausstellung erzählen.

Im „Rund“, sozusagen der Außenstelle des Nachbarschaftsprojekts im Pavillon am Staufenplatz, sind derweil die Beratungsstunden wieder aufgestockt worden. „Es ist erstaunlich, wie viele Menschen schon wieder kommen, weil sie einsam sind, aber auch, weil sie Hilfe im Umgang mit Behörden benötigen, denn die haben größtenteils immer noch geschlossen“, sagt Quartiersmanager Andreas Vollmert.