Ausstellung in Düsseldorf zeigt Verknüpfungen von Kirche und Glashütte

Historie in Düsseldorf : Glas und Glaube

Eine Ausstellung im Café Mittendrin dokumentiert die enge Verknüpfung der Glashütte mit der evangelischen Kirche seit 1864.

Die Gerresheimer Glashütte und die evangelische Kirchengemeinde im Stadtteil sind vom ersten Tag an eng miteinander verknüpft. Die Ausstellung „Glas und Glaube“, die am morgigen Donnerstag, 16. Mai, um 19 Uhr im Café Mittendrin an der Hardenbergstraße 1 eröffnet wird, erinnert auf 26 Bild-Tafeln nicht nur an diese Anfänge, sondern berichtet von guten und schlechten Episoden der gemeinsamen Zeit von der Gründung der Glashüte 1864 über zwei Weltkriege bis zur Schließung 2005. „Es ist das erste Mal, dass dieses Kapitel der Geschichte in solchem Ausmaß der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Und dabei werden keine Konflikte unter den Teppich gekehrt“, sagt Pfarrerin Cornelia Oßwald.

Der evangelische Arbeiterverein führte 1910 ein Lutherspiel auf. Foto: privat/Archiv der Evangelischen Landeskirche, Otfried Reichmann und Uwe Koopmann
Konfirmation  vor der Gustav-Adolf-Kirche 1935. Foto: privat/Archiv der Evangelischen Landeskirche, Otfried Reichmann und Uwe Koopmann
Während des Ersten Weltkriegs organisierte die evangelische Kirche ein Feldpostbüro. Foto: privat/Archiv der Evangelischen Landeskirche, Otfried Reichmann und Uwe Koopmann

Gerade mal 26-jährig gründete Ferdinand Heye 1864 eine Fabrik, die knapp 140 Jahre ihre Produkte in alle Welt liefern wird: die Gerresheimer Glashütte. Für die Arbeiter haben Heye und seine Familie viel getan: vom Bau des Arbeiterviertels an Heye- und Glashüttenstraße über die Einrichtung einer Kranken- und Unfallversicherung bis hin zur Gründung der evangelischen Stadtkirche 1878 und der Stiftung des Vereinshauses. Die Familie Heye hatte großen Einfluss auf das religiöse und politische Leben in Gerresheim und sicherte sich so auch die Loyalität ihrer Arbeiter. „Allerdings hat Heye auch bedinungslose Treue von seinen Arbeitern erwartet. Nach einem Streik 1901 wurden alle 300 Mitarbeiter entlassen. Die evangelische Kirche hat die Mänenr dann aufgefangen“, berichter Peter Stegt, der die Ausstellung mit Presbyterin Barbara Schulz maßgeblich zusammengestellt hat. Aber auch der Bürger- und Heimatverein Gerresheim sowie Wilfried Legner und sein Arbeitskreis Wohnen, Arbeiten und Leben rund um die Alte Insel hatten ihre Hände mit im Spiel.

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