Ausstellung im Schloss Benrath

Benrath : Ausstellung über Japanische Gärten

Wissenswertes über japanische Gärten im Schloss Benrath.

Provokant, gleichsam mit einer verbalen Handgranate, die gezielt westliche Vorurteile im Hinblick auf Konzepte und Intentionen japanischer Gartenanlagen zur Explosion bringt, eröffnete Christian Tagsold die Ausstellung „Japanische Gärten in Deutschland“, eine Kooperation zwischen dem Museum für Gartenkunst der Stiftung Schloss und Park Benrath im Ostflügel und dem Institut für Modernes Japan an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dort ist Tagsold als Professor tätig und räumt als Kurator der Ausstellung mit den westlichen Vorstellungen des japanischen Gartens als Zen-inspirierter Ort für die Kontemplation auf. Die fast ehrfürchtige Andacht, die sich westliche Bewunderer japanischer Gärten selbst auferlegen, hätten nicht zwangsläufig ihren Ursprung in der Philosophie japanischer Gartenarchitektur.

Tagsold darf provozieren, denn er gilt wie Stefan Schweizer, wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung, ausführte, weltweit aus Experte für die Entwicklung der Gartenanlagen in Japan sowie ihrer Adaption in der westlichen Welt. In Deutschland gibt es mehr als 50 öffentliche Gärten im japanischen Stil. In Düsseldorf, nach London und Paris immerhin drittgrößte japanische Gemeinde in Europa, entstand 1904 unweit der Tonhalle der erste japanische Garten. Heute existieren mit dem 1975 eröffneten japanischen Garten im Nordpark sowie der Gartenanlage rund um Eko-Haus in Niederkassel zwei japanische Gärten. Wie es um die Authentizität japanisch inspirierter Gartenarchitektur bestellt ist, und was eher dem Mythos zuzuordnen ist, versucht die Ausstellung, die noch bis zum 13. Januar 2019 zu sehen ist, zu hinterfragen.

Historisch gesehen gab es eine Art gartenbauliches Ping-Pong-Spiel, indem der Westen einige Garten-Elemente aus Japan übernahm, einiges jedoch als aus westlicher Sicht passend hinzugefügt wurde, was dann kurioserweise als Reflex dann später auch in Japan gefiel.

Wenn in Deutschland japanische Gärten angelegt wurden, entstand meist eine Melange aus Originärem und den Vorlieben und Vorstellungen der Auftraggeber und Gestalter. Letztlich betätigt Tagsold aber kein wissenschaftliches Fallbeil über die japanischen Gärten in Deutschland, sondern demonstriert, dass die Frage der Authentizität an Bedeutung verliert, wenn man sich auf die Geschichte einer Auseinandersetzung mit dem Exotischen konzentriert.

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