Düsseldorf: Ausschreibung für Polizeipräsidium war fehlerhaft

Düsseldorf : Ausschreibung für Polizeipräsidium war fehlerhaft

Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) des Landes muss einen Teil seiner Ausschreibung für den Neu- und Umbau des Polizeipräsidiums nachbessern. Die Unternehmen, die sich um den Auftrag beworben hatten, müssten Gelegenheit bekommen, anhand der "konkretisierten Maße" erneut Angebote für das Bauvorhaben abzugeben.

So hat am Freitag die Vergabekammer der Bezirksregierung entschieden, die seit Ende Januar über die Beschwerde eines unterlegenen Unternehmers zu befinden hatte. Gegen den Beschluss könnte der BLB noch vor Gericht ziehen, doch nach Auskunft von Christa Bohl, Sprecherin des Landesbetriebs, werde man "noch in dieser Woche" die neuen Angebote anfordern. Und zwar nicht nur bei dem Unternehmer, der die Ausschreibung gewonnen und bei dem, der dagegen Beschwerde eingereicht hatte, sondern auch bei einem dritten Interessenten. "Wir gehen davon aus, dass uns die neuen Angebote Anfang Oktober vorliegen." Bohl bestätigte, dass Maßangaben in der Ausschreibung, für die man externe Fachleute engagiert hatte, "strittig" gewesen seien und überarbeitet werden müssten.

Sowie die neuen Angebote vorliegen, werde erneut ein Auftrag erteilt. Doch im Oktober rechnet niemand mehr damit, dass der seit dem Frühjahr ruhende Bau dann auch gleich in Angriff genommen wird. Erstens könnte es auch gegen die neue Vergabe wieder eine Beschwerde geben. Vor allem aber ist der dann bevorstehende Winter nicht die richtige Jahreszeit für Tiefgaragenbau und andere Rohbauarbeiten. Während offiziell von einer Bauverzögerung bis 2018 (geplant war die Inbetriebnahme 2016) die Rede ist, rechnen Experten nicht mehr mit einer Fertigstellung vor 2019. Derzeit wird geprüft, ob die Polizei bis dahin in ein Interimsquartier umziehen kann. Die Kosten für das mit 75 Millionen Euro geplante öffentliche Bauprojekt dürften deutlich steigen.

(RP)