Ausbildung zur Kfz-Mechatronikerin

Serie Meine Ausbildung (49) : Mit Motoren arbeiten und Reifen wechseln

Andrea Kienle (22) ist angehende Kfz-Mechatronikerin bei Daimler. Schon als Kind verdiente sie sich in der Werkstatt ihres Vaters ihr Taschengeld. Jetzt lernt sie unter anderem das Schrauben am Lkw und den Umgang mit Kunden.

der betrieb Seit der Erfindung des Automobils 1886 gibt es die Marke Mercedes. Gottlieb Daimler und Carl Benz schraubten damals den ersten Motor zusammen. Der bekannte Stern gab dem Unternehmen aber erst zwölf Jahre später ein Gesicht, als Daimler eine Postkarte verschickte und mit einem Stern markierte, wo seine Firma einmal stehen sollte. Die Wahl fiel auf Duisburg, 1904 folgte die zweite Niederlassung in Düsseldorf.

An der Mercedesstraße übernehmen allein 1300 Mitarbeiter inzwischen den Verkauf gebrauchter und neuer Fahrzeuge, reparieren Schäden und warten Autos, Lkw und Nutzfahrzeuge. Mit dem Sprinterwerk an der Rather Straße beschäftigt die Daimler AG insgesamt 7900 Menschen, davon 148 Auszubildende. "Damit sind wir der größte Arbeitgeber in Düsseldorf", sagt Unternehmenssprecher Tim In der Smitten.

Andrea Kienle (22) ist angehende Kfz-Mechatronikerin bei Daimler. Sie durchläuft in ihrer dreieinhalbjährigen Lehre verschiedene Stationen.

die bewerbung "Auf eine Stelle gibt es im Schnitt 100 Bewerbungen", sagt In der Smitten. Deswegen können die Kandidaten ihre Unterlagen dem Unternehmen nur auf dem elektronischen Weg zukommen lassen. "Vor allem technisches Verständnis und Disziplin sollten angehende Mechatroniker mitbringen, und mit Zahlen müssen sie umgehen können."

"Wir suchen aber auch leidenschaftliche Bewerber, deswegen führen wir ab 2014 einen besonderen Einstellungstest ein", sagt Ausbildungsleiterin Britta Stinnertz. Bei Andrea Kienle wurde die Leidenschaft für Autos schon in der Kindheit geweckt. "Mein Vater hat eine eigene Werkstatt. Damals habe ich mir schon mein Taschengeld mit Reifenwechseln verdient", sagt die 22-Jährige. Ein Schreibtischjob wäre für sie nach dem Abitur nichts gewesen.

Die ausbildung Gleich am Anfang ihrer Ausbildung wurde Kienle ins kalte Wasser geworfen. "Ich war für die Lehrgruppe Elektrik eingeteilt", sagt Kienle. "Das ist für mich Hexenwerk", fügt sie hinzu und hat auch nach fast zwei Lehrjahren noch so ihre Konflikte mit diesem Bereich. "Strom und Spannung kann man einfach nicht anfassen", sagt die 22-Jährige.

Wohler fühlt sich die Düsseldorferin in der Kundendienst-Annahme. "Wenn ein Kunde kommt, weiß man nie so richtig, was einen erwartet", sagt sie. Das mache die Arbeit so spannend. "Vielleicht will er nur einen einfachen Reifenwechsel, oder ich muss jemanden nach einem Totalschaden beruhigen", erklärt Andrea Kienle. Grundsätzlich durchlaufen die angehenden Mechatroniker bei Daimler verschiedene Stationen. Bei den Fahrzeugtestern lernen sie die Motoren kennen, beim Sattler geht es dagegen um den Innenraum der Fahrzeuge. "Nach Einbrüchen beispielsweise werden Kratzer entfernt und Sitze gesäubert", sagt die Auszubildende. Im dritten Lehrjahr soll der Daimler-Nachwuchs möglichst selbstständig arbeiten.

Die berufsschule Demontage, Instandsetzung und Montage stehen auf dem Stundenplan angehender Mechatroniker. "Der Unterricht ist sehr praktisch", sagt Kienle. In der schuleigenen Werkstatt wird das theoretisch Erlernte gleich umgesetzt. Zumindest ihr eigenes Auto könnte die 22-Jährige inzwischen komplett auseinanderbauen und wieder zusammenschrauben.

die zukunft Andrea Kienle hat ihren Traunjob gefunden und will nach ihrem Abschluss unbedingt bleiben. Dafür legt sie sich richtig ins Zeug, denn Daimler bildet über den Bedarf aus. "So können wir die Besten aussuchen und übernehmen", sagt Ausbildungsleiterin Britta Stinnertz.

(esc)
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