Serie Meine Ausbildung (61) : Möbel nach Wunsch herstellen

Felix Roth (17) ist angehender Raumausstatter. Er lernt unter anderem im Betrieb seines Vaters, Unikate anzufertigen und Räume zu gestalten. Irgendwann will der Lehrling den Familienbetrieb übernehmen.

Der Betrieb Seit 1930 fertigt Familie Roth Möbel und dekoriert Zimmer, Wohnungen oder ganze Häuser. Johann Heinrich Roth erlernte damals den Beruf des Dekorateurs und Polsterers, machte sich in Trier selbstständig. Die Geschichte von Familie Roth und der Raumausstattung beginnt aber noch ein bisschen früher. Auch Johann Heinrich Roths Vater — wenn auch nicht in diesem Bereich ausgebildet — stellte Steppdecken, Stuhlpolster und Kissen her. Inzwischen wird der Familienbetrieb in der dritten Generation von Christian Roth geführt, nicht mehr in Trier, sondern in Düsseldorf. Und auch die Zukunft des "Ateliers Roth für Raumausstattung" scheint gesichert. Inhabersohn Felix Roth (17) ist angehender Raumausstatter im Betrieb seines Vaters. "Damit er aber auch etwas anderes sieht, ist seine Lehre aufgeteilt", sagt Christian Roth. Einen Teil seiner Lehre wird der 20-Jährige bei Pla-Wo-Tex verbringen.

Die Bewerbung Wer sich bei Christian Roth für eine Ausbildung bewirbt, der muss gute Manieren mitbringen. "Wir arbeiten schließlich mit Kunden zusammen", sagt er. Der Schulabschluss ist für den Inhaber zwar nicht ganz so wichtig, aber die Grundrechenarten und die Rechtschreibung sollten schon sitzen, findet er. Und handwerkliches Geschick müssen die Kandidaten mitbringen. Das testet Christian Roth bei einem Praktikum aus. Seinen Sohn hat Roth nicht in den Beruf gedrängt. "Ich habe mir die größte Mühe gegeben, ihm die Ausbildung abspenstig zu machen", sagt er. Nachdem Felix Roth aber in verschiedenen Raumausstatter-Betrieben Praktika absolvierte, stand für ihn fest, was er nach der Schule machen will.

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Die Ausbildung Zwar hat der 20-Jährige gerade erst seine Ausbildung begonnen, durch seinen Vater und die Erfahrung kennt der Lehrling schon viele Abläufe im Betrieb. "Ich schlage alte Möbel ab", sagt er. Heißt: Der angehende Raumausstatter zieht die alten Polster und Stoffe ab, damit die Stücke neu aufgearbeitet werden können. Die Polsterarbeit übernehmen im Augenblick zwar noch die "Profis" wie sein Vater und drei weitere Mitarbeiter, aber Felix Roth darf sich um den Bezug kümmern. "Ich stecke die Bezugsstoffe fest, schaue, ob das Muster auch richtig verläuft, und tackere im Anschluss den Stoff fest", sagt er. Außerdem begleitet er seine Kollegen zu Außenterminen, um Möbel auszuliefern oder Abmessungen vorzunehmen. Im Laufe seiner Ausbildung wird Roth auch lernen, Beratungsgespräche zu führen. "Farben aussuchen, Töne abstimmen — all das gehört zur Arbeit eines Raumausstatters dazu", sagt Christian Roth.

Die Berufsschule Darauf wird Felix Roth auch in der Berufsschule vorbereitet. Farblehre, Zeichnen, Epochen- und Stilkunde stehen auf seinem Stundenplan. "Wir haben aber auch Chemie", sagt der Lehrling. Er muss Bodenuntergründe erkennen, mit Kleber arbeiten und Textilien herstellen können.

Die Zukunft Dem angehenden Raumausstatter bleiben zwar noch gute zwei Jahre bis zu seiner Gesellenprüfung, über die Zukunft hat sich Roth aber trotzdem schon Gedanken gemacht. "Ich würde gern den Meister machen", sagt er. Vielleicht zieht es Felix Roth aber auch erst mal ins Ausland. "Frankreich würde ich sehr begrüßen. Die Franzosen arbeiten noch mal anders als wir", sagt sein Vater. Aber auch eine Übernahme in den Betrieb sei denkbar, wenn es Platz gebe. "Viele unserer Lehrlinge, die wir übernommen haben, haben sich irgendwann selbstständig gemacht", sagt Christian Roth.

(esc)