1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

Arbeitsplätze: Aus für Vermittlung von Messejobs

Arbeitsplätze : Aus für Vermittlung von Messejobs

Die Agentur für Arbeit schließt nach der internationalen Druckmesse Drupa im Mai ihre Arbeitsvermittlung für die Messe. In Spitzenjahren konnten rund 900 Hostessen, Dolmetscher oder Standbauer vermittelt werden. Viele von ihnen fürchten jetzt um ihre Existenz.

Für Maria Schleifer* war es ein Schock, als sie erfuhr, dass die Agentur für Arbeit ihre Messevermittlung schließen wird. Den Großteil ihres Einkommens verdient die freiberufliche Hostess und Dolmetscherin nach eigenen Angaben mit Jobs, die sie bisher über die Messevermittlung der Agentur für Arbeit bekommen hat. Nun sucht sie auf eigene Faust nach Aufträgen und hofft auf die Kunden, mit denen sie schon zuvor direkt zusammengearbeitet hat. Doch das werde nicht einfach, sagt sie - und muss um ihre wirtschaftliche Existenz fürchten.

Zwei Mitarbeiter nur für die Messe

Zwei Mitarbeiterinnen der Agentur für Arbeit werden für die weltgrößte Druck- und Papiermesse Drupa, bei der sich ab dem 3. Mai rund 1850 Unternehmen in den Hallen präsentieren, zum letzten Mal Fach- und Hilfskräfte an die Aussteller vermitteln. In starken Messejahren, als gleich mehrere Dutzend internationale Messen in Düsseldorf zu Gast waren, konnten die beiden Frauen bis zu 900 selbstständige Arbeitskräfte mit den Ausstellern zusammenbringen - ohne dafür eine Gebühr zu verlangen.

  • Der 35 Jahre alte Angeklagte legte
    Prozess in Düsseldorf : Familienvater gesteht Mord an Ehefrau - zwei seiner sechs Kinder beobachteten die Tat
  • Eröffnung von Theater-Festival : Hubschrauber beschallt Düsseldorf ab Freitag mit Klanginstallation
  • Gastronomie in Düsseldorf : Gut Knittkuhle feiert offizielle Eröffnung
  • Einsatzkräfte der Feuerwehr suchen mit Tauchern,
    Vermisste Mädchen in Duisburg : Tod bei Rheinkilometer 789
  • Steffen Fuhrmann, Christoph Jörgen und Michael
    Badeunfall in Duisburg : So suchte die Feuerwehr nach den vermissten Mädchen

Zu den Gründen für die Schließung heißt es bei der Arbeitsagentur, dass man nicht rechtfertigen könne, warum Mitarbeiter Arbeit an Selbstständige vermitteln, die ja nicht in die Sozialkassen einzahlen würden. Deswegen wolle man künftig die beiden erfahrenen Kolleginnen für die reguläre Vermittlung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung einsetzen, sagte Sprecher Peter Wege auf Anfrage. Maria Schleifer hat dafür kein Verständnis. Sie befürchtet, dass das Image der Stadt in Messekreisen leiden könnte. Eine Stärke der Vermittlung der Arbeitsagentur sei es immer gewesen, kurzfristig auf Personalbedarf reagieren zu können. Vor allem ausländische Aussteller, die oft nicht mit einer privaten Personalagentur zusammenarbeiten würden, nutzten nach Angaben der Insiderin gerne das Angebot der Arbeitsagentur. "Flexible Vermittlungen waren möglich und das auf höchstem Niveau", lobt Maria Schleifer die bisherige Arbeit der Arbeitsagentur. Zudem waren deren Mitarbeiterinnen zentraler Ansprechpartner für den Betrieb Messe Düsseldorf und während der Ausstellungen stets vor Ort - wie jetzt noch einmal bei der Drupa.

Für die Messe Düsseldorf dürfte es jetzt schwer werden, einen äquivalenten Ersatz zu finden. "Wir bedauern die Entscheidung der Arbeitsagentur, ihre Messe-Jobvermittlung nach der Drupa einzustellen", sagte Sprecherin Eva Rugenstein. Derzeit laufe die Suche nach einem neuen Partner auf Hochtouren - gefunden habe man aber noch niemanden. Am schmerzlichsten ist das Aus der Jobvermittlung für freiberufliche Messekräfte wie Maria Schleifer. Zuvor konnten sie unabhängig von privaten Personalagenturen an Aufträge bei der Messe kommen. Das lohnte sich oftmals, weil Kennern der Branche zufolge Agenturen auf dem freien Markt rund ein Drittel des an die Messekräfte gezahlten Lohnes einbehalten - für die Freiberufler also weniger lukrativ und für die Aussteller teurer. Und so könnten sich jetzt für manches Unternehmen, das bei einer Düsseldorfer Messe nicht mehr auf die Vermittlung durch die Arbeitsagentur zurückgreifen kann, die Kosten, einen Stand zu betreiben, deutlich erhöhen. (*Name geändert