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Aus für historische Apotheke in Düsseldorf

Langer Kampf mit der Stadt : Aus für historische Apotheke in Düsseldorf

Wegen drei Stufen am Eingang durfte Dorothee Knell lange die Pelikan-Apotheke mit der Original-Nussholzeinrichtung von 1891 nicht wiedereröffnen. Doch nach der Inbetriebnahme heißt es jetzt dennoch Abschied nehmen.

Das Happy End war nur von kurzer Dauer: Fast ein Jahr hatte Dorothee Knell für die Wiedereröffnung ihrer historischen Apotheke an der Martinstraße in Unterbilk gekämpft, die mit ihrer Original-Nussholzeinrichtung von 1891 etwas ganz Besonderes ist. Weil die Apotheke wegen eines Besitzerwechsels eine Zeitlang nicht betrieben worden war, erlosch der Bestandsschutz für die Apotheke: Wegen drei Stufen am Eingang durfte die Offizin deswegen erst nicht wiedereröffnen, denn die neue Gesetzgebung schreibt einen barrierefreien Zugang vor. Schließlich gab die Stadt aber doch nach (auch Gesundheitsdezernent Andreas Meyer-Falcke hatte sich dafür stark gemacht) und im vergangenen Sommer ging das Geschäft in der Pelikan-Apotheke wieder los.

Doch nun heißt es auch schon Abschied nehmen und wieder Kunden erklären, dass die Apotheke schließt. „Die lange Schließung ging nicht spurlos am Geschäft vorbei“, sagt Dorothee Knell auf Anfrage unserer Redaktion. Während der Schließungszeit seien einige Kunden eben doch auf andere Apotheken ausgewichen, da zudem im Gebäude oder in direkter Nachbarschaft keine Arzt-Praxis sei, sei das Geschäft nicht ganz wie erhofft in Schwung gekommen. Außerdem hatte Knell, die 2015 eigentlich aus dem Apotheker-Geschäft ausgestiegen war und beruflich andere Wege eingeschlagen hatte, nicht vor, jeden Tag wieder selber im Geschäft aktiv zu sein. Um die Wiedereröffnung zu ermöglichen, hatte sie die Arbeit erst einmal aufgenommen, aber eben in der Hoffnung, einen engagierten und fähigen Apotheker zu finden, der das Geschäft übernimmt. Diese Hoffnung habe sich aber bislang nicht erfüllt.

Am 14. März (Samstag) wird Knell daher wieder Abschied nehmen von der Apotheke, die sie in vierter Generation geleitet hatte. Wie es mit den Räumen weitergehen könnte, weiß sie noch nicht genau: Sie könne sich einen Gastronomie-Betrieb vorstellen und hofft, dass die Türen an der Martinstraße 4 nicht wieder so lange geschlossen bleiben.