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Schwimmbäder in Düsseldorf: Aus für das Allwetterbad

Schwimmbäder in Düsseldorf : Aus für das Allwetterbad

Das Schwimmbad in Flingern wird nicht zum Hallenbad umgebaut. Stattdessen soll das Rheinbad eine Halle mit 50-Meter-Becken bekommen und Leistungszentrum werden. Vereine beklagen, nicht mehr trainieren zu können.

Der Umbau des Allwetterbades in Flingern zu einem Zentrum für Leistungssportler und nationale Schwimmwettkämpfe scheint vom Tisch zu sein. Stattdessen plant die Bädergesellschaft, das Rheinbad in Stockum um eine Halle mit 50-Meter-Bahnen zu erweitern und dort ein Schwimmleistungszentrum einzurichten. Die Pläne werden an Mittwoch im Sportausschuss des Rates beraten.

Diese Kehrtwendung bei der Planung, die im Bäderbeirat Ende August auf der Tagesordnung stand, kam für die meisten Schwimmvereine Düsseldorfs völlig überraschend. "In den vier Wochen bis zu den Herbstferien können die Vereine, die das Allwetterbad nutzen, nicht auf andere Hallen verteilt werden", sagt Dieter Schneider, Sprecher der Schwimm- und Tauchvereine im Stadtsportbund. Aufstrebende Wasserballmannschaften des DSC, die erfolgreichen Mannschaften der freien Schwimmer oder der Ausbau der Angebote für Triathlon-Sportler würden abrupt gebremst, wenn das Allwetterbad wie jetzt geplant zum Herbst geschlossen werde.

Alle stimmen allerdings darin überein, dass das 1977 eröffnete Allwetterbad saniert werden musste. Fest stand auch, dass sich die Zeltdachkonstruktion überlebt hat und ein Ersatz nicht sinnvoll und zu teuer sei. Deshalb beschloss der Rat im Jahr 2010, das Allwetterbad zu einem Hallenbad mit Schwimmleistungszentrum umzubauen. Aber erste Kostenberechnungen von etwa 12,5 Millionen Euro waren nicht zu halten, 24,5 Millionen Euro müssten nach Schätzung der Bäderbetriebe investiert werden. Wegen der Kostenexplosion beschloss der Aufsichtsrat der Bädergesellschaft 2011 einen Planungsstopp und verlangte von der Bädergesellschaft, Varianten zu erarbeiten.

Die Erweiterung des Rheinbades ist aus sportlicher und finanzieller Sicht die beste Lösung, ist Roland Kettler, Chef der Bädergesellschaft, überzeugt. "Ein Anbau einer Halle mit einem 50-Meter-Becken im Rheinbad ist ohne weiteres möglich, zudem muss kein neues Einschwimmbecken für Sportler bei Wettkämpfen gebaut werden, weil das bestehende Becken dafür geeignet ist", sagte er. Schon heute sei das Rheinbad für Großsportveranstaltungen geeignet, der Ausbau zu einer anerkannten Wettkampfstätte des DSV sei ohne weiteres möglich.

Die Kosten werden auf 16 Millionen Euro geschätzt, darin eingeschlossen ist der Abbau des Zeltdaches des Allwetterbades. "Ein Gutachten stellt fest, dass das Zeltdach bei extremen Wetterlagen keinen Schutz bietet und das Bad geschlossen werden müsste", sagt Kettler. Deshalb soll es ab Mai 2013 nur noch als Freibad genutzt werden.

"Damit haben die Vereine keinen ausreichenden Platz mehr in Düsseldorf, zumindest nicht während der Umbauzeit des Rheinbades", sagt Schneider. Die plötzliche Neuplanung sei mit den Vereinen nicht besprochen, ihre Interessen nicht berücksichtigt worden. Kettler dagegen zeigt sich zuversichtlich: "Wenn alle die Ärmel aufkrempeln, sind Lösungen zu finden."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Allwetterbad Flingern

(jco)