Düsseldorf: Auftakt für den ersten Prozess im Fall Achenbach

Düsseldorf : Auftakt für den ersten Prozess im Fall Achenbach

Eine Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf wird ab Dienstag mit der juristischen Aufarbeitung des Falles Helge Achenbach beginnen.

Entschieden werden muss die Frage, ob der Kunstberater der Witwe des 2012 verstorbenen Eigners von Aldi-Nord, Berthold Albrecht, Schadensersatz leisten muss. Die Witwe, Babette Albrecht, hat den Düsseldorfer auf fast 20 Millionen Euro verklagt. Sie ist der Meinung, dass Achenbach ihrem Mann zu überhöhten Preisen Kunstwerke und Oldtimer verkauft hat. Angeblich kommen von ihr beauftragte Experten zu völlig anderen Einschätzungen des Werts der Bilder, Skulpturen und Autos. Beobachter, auch Juristen, erwarten den Prozess mit einiger Spannung, weil die Sachlage höchst kompliziert ist.

So wird das Gericht sich mit der Frage beschäftigen müssen, ob dem Käufer der Kunst ein Schaden entstanden ist, wenn die Objekte damals tatsächlich weniger wert waren als gezahlt, inzwischen aber im Wert gestiegen sind. Womöglich wird man aber auch das Zivilverfahren aussetzen, weil die strafrechtliche Aufarbeitung des Falles noch nicht begonnen hat.

Es ist zwar Anklage erhoben, aber noch kein Prozesstermin festgelegt worden. Zuständig ist in diesem Fall das Landgericht Essen. In Düsseldorf wiederrum wird vor einer anderen Zivilkammer ein Vorgang zu regeln sein, den Dorothee Achenbach auf den Weg gebracht hat. Die Ehefrau des seit Juni in Haft sitzenden Kunstexperten wehrt sich per Gericht gegen die Arrestierung von Kunstwerken, von denen sie behauptet, sie seien ausschließlich ihr Eigentum. Das könne sie lückenlos nachweisen.

Die Gegenseite hat jedoch auch solche Stücke in Sicherheitsverwahrung nehmen lassen, weil noch zu klären ist, ob sie am Ende doch noch in die Masse der Wertgegenstände fallen, aus denen die Klägerin (falls sie den Prozess gewinnt) entschädigt werden muss. Dass die Beteiligten vor dem Zivilgericht erscheinen, ist nicht sicher.

(RP)
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