Kommentar zur Tour de France: Aufarbeitung ist nicht zu Ende

Kommentar zur Tour de France: Aufarbeitung ist nicht zu Ende

Der Stadtrat muss also im Nachhinein nicht genehmigen, dass die Tour de France teurer geworden ist. Die Stadtverwaltung darf die Rechnungen aber trotzdem bezahlen. Diese Entscheidung der Bezirksregierung hilft in den bedeutenden Fragen nicht weiter - und droht Tür und Tor dafür zu öffnen, dass Stadtchefs auch künftig den Rat einfach vor vollendete Tatsachen stellen.

Die Aufarbeitung der Tour de France muss daher auf kommunaler Ebene weitergehen. Es steht nach wie vor der Verdacht im Raum, dass die Verantwortlichen durchaus wussten, dass das Event teurer wird, aber die Gremien hingehalten haben, weil keine Mehrheit abzusehen war. So darf in einer Kommune keine Politik gemacht werden.

Zudem mag der Streit zwar rechtlich folgenlos bleiben, politisch hat er aber tiefe Gräben hinterlassen. Der Oberbürgermeister und das Stadtrats-Bündnis werden nur etwas bewegen, wenn sie vertrauensvoll zusammenarbeiten. Das Hickhack um den Grand Départ hat das schwerer gemacht.

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arne.lieb@rheinische-post.de

(RP)