Düsseldorf: Auf sein Handy kann auch der Kardinal nicht mehr verzichten

Düsseldorf: Auf sein Handy kann auch der Kardinal nicht mehr verzichten

"Welcher Weg führt uns zu Jesus?" Diese zentrale Frage stellte Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki am Samstag in der Johanneskirche. Mit Präses Manfred Rekowski hielt er die ökumenische Passionsandacht zum Beginn der Fastenzeit. In seiner Predigt mahnte Woelki die Besucher, so zu leben wie Jesus, sich selbst zurückzustellen, auf Liebgewordenes und Komfort zu verzichten, um Platz für Gott zu schaffen. "Um den Worten des Herrn lauschen zu können, braucht man Stille, Gebet und einen wachen Geist."

Besinnung steht auch für Präses Rekowski in der Zeit vor Ostern im Mittelpunkt. "Ich sehe die Fastenzeit nicht so streng", sagte er. "Ich habe mir für dieses Jahr nichts Besonderes vorgenommen, werde versuchen, die Zeit achtsam zu nutzen und mir ein wenig Ruhe gönnen." Auch Erzbischof Woelki lebt die Zeit der Buße nicht unüberlegt. "Ich werde bewusster essen und einfacher leben, um auf das Basale zurückzukommen." Zusätzlich will er auf Alkohol verzichten. Das sei gar nicht so einfach. "Nicht weil ich abhängig wäre", sagte er mit einem Lachen. "Aber Alkohol ist in unserer Gesellschaft selbstverständlich. Ich muss an vielen Empfängen teilnehmen, da wird man schon mal schief angeschaut, wenn man verzichtet." Auch wenn es verlockend klinge: ein Auto- oder Handyverzicht sei bei seinem Beruf nicht durchführbar, so der Erzbischof.

Das gilt wohl auch für Oberbürgermeister Thomas Geisel. Mit Ehefrau Vera will er bis Ostern deshalb auf Alkohol verzichten. Zusätzlicher Ansporn ist eine Wette mit Tochter Charlotte, die so lange Süßigkeiten vom Büdchen aufgeben will, erzählten die Eltern beim Empfang nach dem Gottesdienst. Verzicht war da auch das Thema von Elke Burger: "Ich habe schon vor der Fastenzeit auf vieles verzichten müssen", sagte sie. "Ich hatte mein Augenlicht verloren und musste mich operieren lassen. Und auf die Heizung musste ich auch einige Zeit verzichten." Das sei eine schwere Zeit gewesen und habe ihr gezeigt, was Entbehrung bedeute.

(RP)
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