Audi Bande Prozess vor dem Düsseldorfer Landgericht

Prozess gegen mutmaßliche Automatensprenger : Gericht bietet „Audi-Bande“ Strafen ab zweieinhalb Jahren an – wenn sie gesteht

Das Düsseldorfer Landgericht hat dem Hauptangeklagten im Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der „Audi Bande“ acht Jahre Haft in Aussicht gestellt, wenn er sämtliche Vorwürfe zu den Geldautomaten-Sprengungen gesteht.

Mit annähernd acht Jahren Haft muss der Hauptangeklagte (28) im Prozess um sieben Automaten-Sprengungen der so genannten Audi-Bande rechnen – selbst dann, wenn er sämtliche Vorwürfe gesteht und auch Nachfragen beantwortet. Das hat ihm  gestern das Landgericht angeboten.

Seine beiden Mitangeklagten (26,31), denen als mutmaßlichen Mitgliedern der Bande jeweils nur eine der Taten vorgeworfen wird, könnten mit Haftstrafen von zweieinhalb Jahren bis zu vier Jahren und neun Monaten davonkommen, schlug das Gericht weiter vor.

Als Mitglieder einer niederländischen Bande, die eigens für solche Automaten-Sprengungen nachts mit gestohlenen Audi-Limousinen und höchst professioneller Ausstattung nach NRW, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt eingereist sein sollen, hatte das Trio laut Anklage rund 600.000 Euro Bargeld erbeutet. Zwei der Angeklagten sind wegen ähnlicher Taten bereits vorbestraft. Im aktuellen Verfahren haben sie zu sämtlichen Vorwürfen bisher geschwiegen.

Doch nach einem internen Rechtsgespräch hinter verschlossenen Türen zu Prozessbeginn gab das Landgericht nun bekannt, welche Strafrahmen für die drei Angeklagten denkbar wären – falls sie ihr Schweigen brechen, alles zugeben und womöglich sogar Fragen zu Details der Bande und deren Mitgliedern beantworten. Ob sich die drei Männer und ihre Anwälte darauf aber einlassen und den vorerst bis Ende Oktober terminierten Prozess dadurch wesentlich abkürzen - das können sie sich bis zum nächsten Verhandlungstag am 14. Juni noch überlegen.

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