Luxus- und Konsummeile: Auch die Kö unterliegt dem Wandel

Luxus- und Konsummeile : Auch die Kö unterliegt dem Wandel

Düsseldorf (RP). Die Königsallee ist die einzige Luxusmeile in Deutschland, die mit der Passantenfrequenz einer Konsummeile aufwarten kann. Das macht sie natürlich hoch interessant nicht nur für absolute Luxuslabels." Mit dieser Aussage liefert der Düsseldorfer Geschäftsführer des bundesweit operierenden Grundstücksmaklers Lührmann, Thomas Heckh, neuen Sprengstoff für die Diskussion um den Branchenmix an der Kö. Er ist überzeugt, dass auch eine erfolgreiche Einkaufslage wie die Kö einem steten Wandel unterliegt. "Dieses hat mit den Gesetzen des Marktes zu tun, der letztlich auch regelt, welcher Mieter in welcher Lage zum Zug kommt."

Der Lührmann-Geschäftsführer sieht die Exklusivität der Kö durch Mieter wie Esprit oder Hennes&Mauritz "keineswegs gefährdet". Auch diese würden erheblich zur Attraktivität der Einkaufsstraße beitragen. Nicht nur in puncto Kundenfrequenz, sondern auch was hochwertigen Ladenbau und exclusive Ausstattung betreffe. Heckhs Beleg für diese These: Der spanische Textiler Zara, der sich an der Luxusmeile bereits niedergelassen hat.

Die Groß-Filialisten Hennes&Mauritz und Esprit waren in den vergangenen Monaten als neue Mieter der Kö-Häuser 76 und 78 genannt worden, was vor allem im Rathaus auf Bedenken stößt. Oberbürgermeister Joachim Erwin befürchtet ein Nachlassen des Niveaus an der exklusiven Einkaufsstraße. Mit ihm lehnen auch die Stadtplaner die ihrer Meinung nach teilweise zu voluminösen Umbaupläne ab. Nach Informationen der RP liegen bisher noch keine konkreten Bauanträge vor. Unabhängig davon kommt Lührmann in seinem Städte-Report zu dem Ergebnis, dass Düsseldorf bei den Top-Geschäftslagen in Deutschland in der ersten Liga spielt und die Situation des Einzelhandels ausgezeichnet ist. Die Kaufkraft des Konsumenten in der NRW-Landeshauptstadt liege deutlich über dem Bundesdurchschnitt, und selbst die großen Shopping Center in der Nachbarschaft, wie etwa das Centro Oberhausen, könnten nicht verhindern, dass "entsprechend viel Geld in die Kassen des innerstädtischen Einzelhandels fließt".

Ein Einzelhändler, der über ein neues Engagement in der NRW-Landeshauptstadt nachdenkt, müsse für ein ebenerdiges Ladenlokal mit einer Größe von hundert Quadratmetern und sechs Metern Schaufensterfront an der Königsallee, der Schadow- oder Flingerstraße einen Quadratmeterpreis von rund 200 Euro einkalkulieren, sagt Lührmann. Damit sei Düsseldorf unter den Top Ten. Nur in München, Köln, Hamburg, Frankfurt und Stuttgart würden höhere Mieten bezahlt. Düsseldorf hat Berlin hinter sich gelassen, seine Mietpreise sind stabil oder haben sich positiv entwickelt. Von 1997 bis 2006 stiegen sie in Top-Lagen um mehr als 21 Prozent.

Die Kö ist nach wie vor Luxusmeile, unterliegt aber auch Veränderungen. Weitere Groß-Filialisten stehen vor der Tür. RP-Foto: Andreas Krebs

(alfa)
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