Start-up in Düsseldorf Mit 1000 Euro in Kunst von Christo und Ai Weiwei investieren

Düsseldorf · Das junge Unternehmen Arttrade bietet ein Wertpapier an, mit dem man sich an einem Korb von Kunstwerken beteiligen kann. Die Gründer ziehen einen Vergleich zu Aktien-ETFs, es gibt aber wichtige Unterschiede.

 Arttrade-Gründer Svenja Heyer, David Riemer und Julian Kutzim (v.l.): „Kunst ist historisch gesehen ein guter Wertspeicher.“

Arttrade-Gründer Svenja Heyer, David Riemer und Julian Kutzim (v.l.): „Kunst ist historisch gesehen ein guter Wertspeicher.“

Foto: Arttrade

Kleines Geld in große Kunstwerke stecken – und dabei sein Vermögen vermehren: Mit diesem Angebot lockt das junge Unternehmen Arttrade. Jetzt kann man über das Start-up nicht nur Anteile an einzelnen Stücken erstehen, sondern auch Teilhaber einer ganzen Sammlung werden. „Mit unserem neuen Wertpapier können Menschen ab einem Betrag von 1000 Euro in ein kuratiertes Kunst-Portfolio investieren“, sagt David Riemer, einer der Gründer von Arttrade.

Das siebenköpfige Unternehmen existiert seit zwei Jahren und sitzt in Düsseldorf mit Büros auf der Immermannstraße und in der Friedrichstadt. Bisher mussten sich Arttrade-Kunden entscheiden, in welches Werk sie investieren.

Gerhard Richter, Heinz Mack, Tony Cragg – der Fokus des Unternehmens liegt auf weltbekannten und wertvollen zeitgenössischen Künstlern. Nun gibt es auf der Internetseite die Möglichkeit, über ein „tokenisiertes Wertpapier“ Anteile an mehr als einem Dutzend ausgewählter Arbeiten zu kaufen – einem sogenannten Editionsportfolio.

David Riemer vergleicht das neue Angebot mit einem ETF. Das ist ein Börsenfonds, der die Wertentwicklung eines Aktienindex abbildet und damit die Investition in verschiedenste Unternehmen ermöglicht. Bei Arttrade kaufen Anleger keine Mini-Anteile von Firmen, sondern beteiligen sich virtuell an einem Korb von Kunstwerken, den das Start-up selbst zusammenstellt. Christo und Ai Weiwei gehören zu den prominentesten Künstlern.

Der Unterschied zu einem ETF: Die Mindestlaufzeit liegt bei fünf Jahren und am Ende fließen zehn Prozent des möglichen Gewinns an Arttrade.

Editionen sind Originale, die konzipiert, nummeriert und signiert werden. Der Markt ist eine wachsende Nische.  2022 erzielten Auktionen von limitierten Drucken und Editionen bei Sotheby’s, Christie’s und Phillips fast 30 Prozent mehr Erlös als im Vorjahr. Das Investment bei Arttrade wäre eine Wette, dass es so weitergeht.