Armut und Einsamkeit im Alter kann jeden treffen

Tagung: Gegen Armut und Einsamkeit im Alter

Der heutige Fachtag im Haus der Kirche stellt in Düsseldorf lebende Senioren mit ausländischen Wurzeln in den Mittelpunkt.

„Am liebsten wäre ich eher heute als morgen tot.“ Und: „Ich weiß, dass ich Grundsicherung bekommen könnte, möchte aber anderen nicht zur Last fallen.“ Zwei Sätze von zwei Männern. Der eine ist gerade einmal 58 Jahre alt, der andere 75. Es sind Antworten auf eine Befragung, die vom Arbeitskreis Altersarmut und Einsamkeit des Seniorenrates in verschiedenen sozialen Einrichtungen in Düsseldorf durchgeführt wurde. Hartmut Mühlen, Mitglied des Seniorenrates, hat diesen Arbeitskreis vor zwei Jahren ins Leben gerufen. Ein Fachtag im April 2018 brachte das Thema ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und nahm die Politik in die Pflicht.

Sieht man sich die Antworten auf den Fragebögen zu Unterstützungen, Belastungen, möglichen Hilfen und sozialen Kontakten an, muss sich noch viel tun. Gesundheitliche Beeinträchtigungen, Einschränkungen der Mobilität und Geldsorgen, da drückt meistens der Schuh. An zu wenig Geld hängt auch die soziale Teilhabe. Ein 67-Jähriger spart dafür, einmal im Monat mit seiner Tochter essen zu gehen. Eine 81-Jährige Rentnerin war einmal bei der Lebensmittelausgabe: „Alle konnten mich sehen, weil ich im Stadtteil sehr bekannt bin durch meine frühere ehrenamtliche Tätigkeit. Danach bin ich nicht mehr hingegangen.“

Armut und Einsamkeit im Alter kann jeden treffen, auch und sogar ganz besonders Senioren mit ausländischen Wurzeln. Hartmut Mühlen möchte mit dem Fachtag „Gegen Altersarmut und Einsamkeit“ am heutigen Freitag, 15. März, im Haus der Kirche auf die rund 15.000 hier lebenden Migranten aufmerksam machen. „Diese Menschen verfügen im Schnitt über niedrigere Einkommen im Vergleich zu den älteren Einheimischen, und sie haben ein noch höheres Armutsrisiko“, so Mühlen.

Der Fachtag „Gegen Altersarmut und Einsamkeit – Ansätze zur migrationssensiblen Ausrichtung“ findet von 14.30 bis 19 Uhr im Haus der Kirche, Bastionstraße 6, statt. Der Eintritt ist frei.

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