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Düsseldorf: Arena: Esprit bleibt hart im Namensstreit

Düsseldorf : Arena: Esprit bleibt hart im Namensstreit

Eine Einigung der Stadt mit dem Modelabel um das Sponsoring des Stadions ist unwahrscheinlich. Esprit will aus dem Vertrag – und sieht sich im Recht, weil angeblich Absprachen missachtet wurden.

Eine Einigung der Stadt mit dem Modelabel um das Sponsoring des Stadions ist unwahrscheinlich. Esprit will aus dem Vertrag — und sieht sich im Recht, weil angeblich Absprachen missachtet wurden.

Eine Einigung der Stadt Düsseldorf mit dem Namensgeber der Arena, dem Modelabel Esprit, bleibt unwahrscheinlich. Denn auf ein Angebot des Oberbürgermeisters für ein Gespräch, um zu einem Kompromiss zu finden, gab es bisher keine Reaktion.

Und es wird wohl auch keine geben: Esprit-Sprecher Hartmut Schultz erklärte gestern, man wolle sich zu der ganzen Sache überhaupt nicht mehr äußern und verwies auf den Gütetermin, den das Gericht auf den 30. Oktober gelegt hat.

OB Dirk Elbers hatte kurz vor Ostern erklärt, er sei gesprächsbereit und sicher, dass man eine Einigung finden werde.
Die Vorgeschichte: Esprit will den eigentlich bis Frühjahr 2014 laufenden Sponsoring-Vertrag mit der Arena kündigen und zum 1. Mai aussteigen.

Dafür sieht man auch die rechtliche Grundlage vorhanden. Die Stadt sieht das anders und pocht auf Einhaltung des Vertrages, der ihr derzeit immerhin 1,2 Millionen jährlich einbringt. Da die Stadt rund 15 Millionen pro Jahr für die Arena zahlen muss, ist das eine Summe, auf die man nicht verzichten kann und will.

Die tatsächliche Rechtslage ist schwer durchschaubar, weil sich beide Seiten im Recht fühlen, aber nicht eindeutig darlegen, womit sie das begründen. Aus Esprit-Firmenkreisen heißt es inoffiziell, das Unternehmen sei bereits seit dem Eurovision Song-Contest im Frühjahr 2011 tief verstimmt.

Damals hatte es einen Streit gegeben, weil Esprit während des Song-Contest weiter gern als Sponsor aufgetreten wäre, die Stadt das angeblich auch zuerst zugesagt hatte, aber dann doch darauf bestand, dass der Namen verschwand.

Eine nicht unübliche Vorgehensweise, weil sich die öffentlich-rechtlichen TV-Sender oft weigern, Bilder zu senden, in denen ein Sponsor auftaucht. Die Organisatoren des Rosenmontagszuges kennen das: Wagen, die von Firmen gestellt werden, müssen im Bereich der WDR-Kameras ihre Werbung verdecken.

Auch in der Folgezeit habe es mehrere Zusagen gegeben, an die die Stadt sich nicht gehalten habe, zudem sei die Kommunikation mit dem OB-Büro schwierig, heißt es im Umfeld der Ratinger-Firma.
Auf jeden Falls scheint man darauf zu pochen, das Recht auf Kündigung des Vertrages zu haben. Der sehe nämlich eine Ausstiegs-Option vor, wenn es zwischen den Vertragspartnern zu mehrfachen, nicht abgesprochenen Ereignissen komme. Diese Bedingung hält Esprit für erfüllt und will ab 1. Mai die Kooperation beenden.

Die Stadt dagegen, als Eigentümerin sowohl der Betreiber- wie auch der Besitzgesellschaft der Arena, sieht das völlig anders und stellt sogar in Aussicht, die Verlängerung des Vertrages bis 2019 durchzusetzen. Das Recht dazu hätte sie, heißt es.

Intern ist man sich im Rathaus jedoch einig, dass es keinen Sinn macht, mit einem Namenssponsor verbunden zu bleiben, der das nur akzeptiert, weil er vertraglich dazu verpflichtet ist. Es gilt als sicher, dass man einen neuen, passenden Sponsor sofort akzeptiert.

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