Düsseldorf: Architekturbüro mit ökologischem Anspruch

Düsseldorf : Architekturbüro mit ökologischem Anspruch

Die Greeen Architects feiern ihren zehnten Geburtstag. Zu ihren großen Projekten gehört das neue Hotel-Ensemble am Hauptbahnhof.

Auf den ersten Blick irritiert die Schreibweise, aber das gehört so. Im Namen der Greeen Architects stehen die drei "e" für die Maximen, nach denen die Gründer und Inhaber arbeiten: ethical, ecological und efficient - ethisch, ökologisch und effizient. Um Projekte zu erdenken, die diese Ansprüche erfüllen, haben sich Marc Böhnke und Mario Reale vor zehn Jahren zusammengetan. "Das war ein großes Glück", sagen sie heute. Am Donnerstag haben sie mit Familien, Kunden und Wegbegleitern den runden Geburtstag ihres Unternehmens gefeiert. Auch Oberbürgermeister Thomas Geisel gratulierte - sind die Architekten doch aktuell verantwortlich für viele wegweisende Projekte in der Stadt.

Das C-View entsteht an der Franziusstraße (Standort der alten Papierfabrik) mit Blick auf das Hafenbecken. Foto: Alexander Schmitz/greeen! architects gmbh

Da ist etwa das markante Bürogebäude "C-View", das am Standort der alten Papierfabrik im Hafen (die wird gerade abgerissen) gebaut wird, samt begrüntem Dach und Elektrotankstellen am Gebäude. Und da sind - natürlich - die neuen Gebäude am Hauptbahnhof, Hotels und Studenten-Wohnungen, die das Umfeld aufwerten und eine städtebauliche Landmarke setzen sollen. "Wir hoffen, eine schöne", sagt Böhnke. "Man übernimmt mit einem solchen Projekt ja auch die Verantwortung für die gebaute Umwelt. Wir wissen, dass jeder Strich, den wir machen, im Gebäude eine Relevanz hat."

An der Merziger Straße werden aktuell diese Appartements für Studenten gebaut. Foto: zinsbaustein

Überhaupt taucht das Wort Verantwortung immer wieder auf, wenn es um die Arbeit der Greeen Architects geht. Sie wollen auch sozialen Mehrwert schaffen, Themen wie Barrierefreiheit und Sicherheit ebenso berücksichtigen wie Verflechtungen zwischen den Generationen. Und sie wollen ihre Projekte ökologisch fair und effizient umsetzen, in der Bauphase - etwa mit kurzen Anfahrtswegen für die Handwerker - ebenso wie beim fertigen Gebäude. "Wenn wir zehn, 20 oder 100 ökologische CO2-neutrale Gebäude in einer Stadt planen können, dann können wir erheblich beeinflussen, wie sich die Klimaziele realisieren lassen."

Marc Böhnke (l.) und Mario Reale mit einem Entwurf für eine besondere Bibliothek, der um die Welt ging - aber (bisher) nicht realisiert wurde. Foto: nic

Kennengelernt haben sich Marc Böhnke und Mario Reale, als beide im Büro von Star-Architekt Christoph Ingenhoven tätig waren. "Aus dieser Zeit haben wir eine gemeinsame Prägung für unsere Arbeit mitgenommen", sagen sie. In die Selbständigkeit starteten sie 2008, mitten in der Immobilienkrise, mit zwei Tischen und zwei Rechnern in einem kleinen Büro, "und mit einem einzigen Telefon, das haben wir uns geteilt", sagt Reale. Inzwischen gibt es helle und geräumige Büros an der Derendorfer Straße und 17 Mitarbeiter, "das ist ziemlich gut", sagen sie. Weitere werden gesucht.

Auch immer bekannter werden die Greeen Architects - nicht selbstverständlich in einer Stadt, in der sich viele Architekten mit großen Namen tummeln und manches Projekt sicher selbst gern hätten. "Wir versuchen einfach, so gut wie möglich unsere Arbeit zu tun und unsere Vision zu verfolgen", sagt Böhnke. "Wenn wir dabei auch in der Wahrnehmung steigen, dann freut uns das natürlich sehr." Zumal erfolgreich umgesetzte Projekte, das wissen beide, auch helfen, neue Kunden zu interessieren: "Wir suchen immer nach neuen Bauherren, die wie wir Spaß haben an ökologischem Bauen."

(RP)
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