Düsseldorf: Architektenbund fordert Infos zum Schauspielhaus

Düsseldorf: Architektenbund fordert Infos zum Schauspielhaus

Der Bund Deutscher Architekten (BDA) in Düsseldorf kritisiert mangelnde Transparenz bei der Sanierung des Schauspielhauses. Der Vorsitzende Georg Döring beklagt, die Öffentlichkeit werde nicht einbezogen - obwohl das Gebäude zu den bedeutendsten öffentlichen Bauten Düsseldorfs zählt.

"Wir kennen das Konzept für den Innenraum nicht und wissen auch nicht, was dem Bau hinzugefügt wird", sagt Döring. Er fordert eine Offenlegung der Pläne - zum Beispiel durch eine Ausstellung im Rathaus oder im NRW-Forum.

Das Theater am Gründgens-Platz wird derzeit saniert. Neben einer Modernisierung von Dach und Fassade stehen auch Reparaturen und Erneuerungen im Innenraum an. Die Leitung liegt beim Büro des Architekten Christoph Ingenhoven ("Stuttgart 21"), der auch das benachbarte Kauf- und Bürohaus entworfen hat. Die Stadt hat vergleichsweise freie Hand: Sie hat 2017 die Urheberrechte den Erben von Architekt Bernhard Pfau abgekauft. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund fordert der Architektenverein, dass die Pläne stärker öffentlich diskutiert werden.

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Döring befürchtet, dass das nicht vorgesehen ist, auch nicht in Bezug auf die Kunst am Bau: In dem 60er-Jahre-Bau finden sich diverse Kunstwerke aus der Entstehungszeit. Döring hat erschreckt festgestellt, dass ein Stück aus einem Wandpaneel des Künstlers Günter Grote - der verstorbene Akademieprofessor war Dörings Schwiegervater - beschädigt wurde, um Kabel zu verlegen. Kulturdezernent Hans-Georg Lohe bestätigt die Beschädigung dieses Kunstwerks. Sie stamme noch aus der kürzlich erfolgten Sanierung der Haustechnik und sei bedauerlich.

Alle Kunstwerke würden im Zuge der Sanierung restauriert, dabei würde auch der Schaden beseitigt. Lohe weist den Vorwurf mangelnder Transparenz zurück. "Wir haben sehr ausführlich informiert." Man gehe respektvoll mit dem Gebäude um, betont er. "Das Schauspielhaus wird im Geist von Bernhard Pfau wiederhergestellt."

(arl)
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