Architekt Piet Neiser Tod Trauer um

Trauer : Architekt Piet Neiser gestorben

Der Architekt, Künstler und Bastler hat unter anderem das legendäre „Les Halles“ gegründet und die Spoerl-Fabrik umgebaut. Nun ist er mit 61 Jahren gestorben.

Altes zu erhalten und daraus etwas Neues zu planen und wachsen zu lassen – das war sein Metier. Statt neue Stadtquartiere oder Häuser am Reißbrett zu entwerfen, war Piet Neiser – seines Zeichens Architekt, Künstler, Bildhauer und Bastler – stets auf der Suche nach Gebäuden mit Geschichte, nach ehemaligen Fabrikhallen zum Beispiel, am liebsten solche aus Backstein. Nachdem er 1992 die alte Fabrikhalle im Innenhof an der Tußmannstraße, die einst dem Vater des Schriftstellers Heinrich Spo­erl gehörte, entdeckt und sie zusammen mit seinem Schwiegervater zu dem Ensemble von heute gemacht hatte, war der Knoten geplatzt: Der 1957 in Düsseldorf geborene Neiser konzentrierte sich auf den Erhalt und die Weiterentwicklung historischer Ensembles. Sein Herzensanliegen war es, neuen Nutzen zu schaffen.

Anders als sein Vater Joachim, der als Architekt unter anderem rund 250 Metro-Niederlassungen entworfen und gebaut hat, entstanden unter der Federführung des Juniors Zentren für Kunst, Kultur, Genuss und loftartiges Wohnen hinter hohen, alten Mauern. So wie der idyllische, ein wenig versteckte Hinterhof der Spoerl-Fabrik oder der ehemalige Güterbahnhof in Derendorf, wo er auch das legendäre „Les Halles“ gegründet hat. Neiser hat die Alte Seilfabrik an der Rethelstraße entdeckt, die Kaffee-Fabrik Bommer Haus, die Gloriahalle in Oberkassel, die Kunstakademie-Ateliers der Becher-Klasse an der Karl-Anton-Straße und nicht zuletzt den damals ziemlich heruntergekommenen Gerresheimer Bahnhof. 2011 hat er ihn gekauft und liebevoll zu einem Kulturtreffpunkt werden lassen. Bei all seinem Wirken zog es den Kreativen jedoch nie in die weite Welt. Piet Neiser war hier verortet, er wollte in seiner Stadt Düsseldorf Zeichen setzen. Nun ist der erst 61-Jährige nach schwerer Krankheit gestorben – ein großer Verlust nicht nur für seine Familie und die drei Kinder.

Mehr von RP ONLINE