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Düsseldorf: Arbeitsstunden für Schüler, die 15 Autos demolierten

Düsseldorf : Arbeitsstunden für Schüler, die 15 Autos demolierten

Aus Langeweile fassten sechs Kinder im Sommer 2012 den Entschluss, wahllos auf parkende Autos einzutreten, Spiegel abzubrechen und auf Kofferräumen, Dächern und Motorhauben herumzuhüpfen. Jetzt standen vier der sechs Schüler vor Gericht, zwei von ihnen waren zum Tatzeitpunkt erst 13 Jahre alt und damit noch nicht strafmündig.

Die Anklage ging von 36 betroffenen Fahrzeugen und einem Gesamtschaden in Höhe von 29 286 Euro aus. Weil die Täter zumindest 15 demolierte Autos einräumten und bisher noch nicht strafrechtlich in Erscheinung traten, gab es gestern vor dem Düsseldorfer Amtsgericht eine richterliche Verwarnung und für jeden 60 Arbeitsstunden.

"Die Jugendlichen waren sich einig, dass sie eine Dummheit begangen haben", sagte Mihael Pohar, Richter und Sprecher am Amtsgericht. In verschiedenen Straßen im Düsseldorfer Süden sollen die damals 13- und 14-Jährigen die Fahrzeuge demoliert haben. Zuvor waren sie in einem Jugendtreff, um dort Karten zu spielen. Irgendwann verließen sie den Treff und rannten durch die Straßen. Als gegen 23 Uhr mehrere Autofahrer die Schäden bemerkten und diese zur Anzeige brachten, stellte die Polizei kurze Zeit später die Kinder Am Schönenkamp, die ihre Tat zugaben. Erinnern konnten sich die Schüler an 15 Autos. Einer der Verteidiger ging davon aus, dass sich die übrigen Autobesitzer nach Bekanntwerden des Falls meldeten, um bereits vorhandene Schäden an ihren Fahrzeugen auf diese Weise zu regulieren. Zwischen der Tatzeit und der Verhandlung lagen eineinhalb Jahre - der Grund: Die Versicherungen der betroffenen Fahrzeughalter hatten Akteneinsicht beantragt.

(esc)