Jahresbilanz der Agentur für Arbeit: Arbeitsmarkt in Düsseldorf: So war 2013

Jahresbilanz der Agentur für Arbeit : Arbeitsmarkt in Düsseldorf: So war 2013

Die Agentur für Arbeit hat eine positive Bilanz für 2013 gezogen: Zwar sei die Arbeitslosigkeit insgesamt leicht gestiegen, die Jugendarbeitslosigkeit aber weiter gesunken. Für 2014 rechnet die Agentur mit einer weiterhin stabilen Entwicklung:

Mit Blick auf die Entwicklung der Beschäftigung war das ein gutes Jahr für den Arbeitsmarkt. Es waren mit 374.400 Menschen noch nie so viele Frauen und Männer in Düsseldorf sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Gleichzeitig nahm aber auch die Arbeitslosigkeit gegenüber 2012 leicht zu. "Das ist in sich kein Widerspruch. Unter den Arbeitslosen wird es immer schwieriger, die geforderten Qualifikationen zu finden. Damit eröffnen sich Chancen für weitere Personengruppen wie zum Beispiel für Berufsrückkehrerinnen und Zuwanderern", so Johannes Pfeiffer, Chef der Agentur für Arbeit Düsseldorf.

Jobmotor Mittelstand

Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften hatte sich im Vergleich zum Vorjahr abgeschwächt. Viele Einstellungen erfolgten zur Deckung des Fluktuationsbedarfs. Einmal mehr war der Mittelstand der Jobmotor in der Region. Auch wenn das Angebot an Ausbildungsplätzen gegenüber 2012 leicht gesunken ist, gab es weiterhin mehr Ausbildungsstellen als Jugendliche nachfragten.

"Ich freue mich, dass die Unternehmen ihre Ausbildungsbemühungen hoch halten — dies sicherlich mit Blick auf den wachsenden Fachkräftebedarf. Hier sehe ich die Herausforderungen für die kommenden Jahre. Wir arbeiten ständig daran, gemeinsam mit unseren Partnern der 'Task Force für Arbeit‘ Strategien und Lösungsansätze zur Fachkräftesicherung zu entwickeln", so Pfeiffer.

Mehr Teilzeitstellen und Kinderbetreuung

Eine positive Entwicklung sieht die Arbeitsagentur auch bei Teilzeitstellen und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf: "In der längerfristigen Betrachtung stellen wir fest, dass die Unternehmen ihr Teilzeitangebot stetig erhöht haben und die betrieblichen und kommunalen Angebote für die Kinderbetreuung optimiert wurden. Dies ist sicherlich ein wesentlicher Beitrag zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eröffnet manchen Müttern und Vätern eine Beschäftigungschance", so Pfeiffer.

Die Teilzeitarbeit treibt die Beschäftigtenzahlen deutlich nach oben und hat sich seit 2001 nahezu verdoppelt. In diesem Zeitraum nahm die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 38.500 auf jetzt rund 81.200 zu. Eindeutiger Gewinner sind die Frauen — in vielen Fällen Berufsrückkehrerinnen.

Die Beschäftigtenzunahme speist sich aber auch aus Zuwanderungen aus den osteuropäischen Ländern wie Polen und Russland, tendenziell auch aus den südeuropäischen Ländern wie Spanien, Italien und Griechenland sowie aus Japan und China. Rund 44.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aus über 160 Ländern haben ihren Arbeitsplatz in Düsseldorf.

"Die Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit bleibt weiterhin eine der großen Herausforderungen. Wir sind in Düsseldorf mit unserem JugendJobCenter dafür gut gerüstet. Dieses Erfolgsmodell stand sogar mit Pate für die im Koalitionsvertrag beschlossene flächendeckende Einführung von Jugendberufsagenturen", so Pfeiffer.
Die Arbeitslosenquote verringerte sich von 8,7 Prozent Ende November auf 8,6 Prozent Ende Dezember. Vor einem Jahr betrug die Arbeitslosenquote 8,4 Prozent.

Jeder zweite Arbeitslose ohne Abschluss

Ende Dezember wurden 6.919 Menschen von der Arbeitsagentur betreut, 56 weniger als im November. Die Zahl der Arbeitslosen, die vom Jobcenter Düsseldorf betreut wurden, ist um 281 auf 20.259 gesunken.

"Der Arbeitsmarkt zeigt zunehmend ein gespaltenes Bild: auf der einen Seite die qualifizierten Fachkräfte und Akademiker als Gewinner des Beschäftigtenrekords, auf der anderen Seite Menschen ohne oder nur mit geringer Qualifikation. Jeder zweite Arbeitslose hat keinen Berufsabschluss und kommt derzeit nur für eine Helfertätigkeit infrage. Doch nur jede zehnte offene Stelle ist für eine Helfertätigkeit gemeldet", so Pfeiffer.

Gesucht: Naturwissenschaftler und Pflegekräfte

Gesucht wurden zum größten Teil qualifizierte Kräfte. Die Schwerpunkte lagen in den Berufsgruppen Verkehr- und Logistikberufe, Büroberufe, Mechatronik-, Energie- und Elektroberufe, Verkaufsberufe, Hotel- und Gaststättenberufe, Gesundheitsberufe, Berufe in Finanzdienstleistungen, Rechnungswesen und Steuerberatung. Gesucht wurden verstärkt auch vertriebsorientierte IT-Spezialisten und Call Center Agents. "Bei einigen Berufen wie den sogenannten MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und den Gesundheits- und Pflegeberufen wird es schwieriger, den Bedarf an Arbeitskräften zu decken. Drei von vier der neuen offenen Stellen wurden für unbefristete Tätigkeiten gemeldet. Seit Monaten beobachten wir, dass die Unternehmen wieder verstärkt unbefristet einstellen", so Pfeiffer. Der weitaus größte Teil aller Stellen waren Vollzeitstellen.

Ausreichend Ausbildungsplätze

Aufgrund der demografischen Entwicklung und des wachsenden Bedarfs an Fachkräften hatten die Unternehmen auch im letzten Jahr ihre Ausbildungsbemühungen auf hohem Niveau gehalten. So wurden zwar mit über 4.400 Ausbildungsstellen 300 Ausbildungsplätze weniger als vor einem Jahr gemeldet, aber das Angebot war immer noch größer als die Nachfrage der Jugendlichen. "Viele Unternehmen hatten in den früheren Jahren überdurchschnittlich ausgebildet und bilden jetzt mit Blick auf die Auftragslage wieder auf normalem Niveau aus", so Pfeiffer. Über 3.300 junge Menschen, 90 mehr als vor einem Jahr, hatten mit dem Ziel einer Berufsausbildung die Hilfen der Berufsberatung in Anspruch genommen. "Dennoch hatten wir aufgrund des doppelten Abi-Jahrgangs mit einem größerem Ansturm gerechnet. Offensichtlich hatten sich die meisten Abiturienten für ein Studium oder für Alter-nativen wie zum Beispiel für ein Freiwilliges Soziales Jahr entschieden", so Pfeiffer weiter. Rein rechnerisch kamen auf 100 Bewerber und Bewerberinnen 134 Ausbildungsstellen. Das ist die günstigste Relation in NRW.

Ausblick 2014

Die Entwicklung wird stabil bleiben. Die Aussichten auf eine bessere Konjunktur sind gut. Für 2014 rechnet Pfeiffer auf der Basis der vorliegenden wirtschaftlichen Rahmendaten im Schnitt mit einer leichten Reduzierung der Arbeitslosigkeit. Der Arbeitsmarkt ist weiterhin aufnahmefähig. Jedoch passt die Qualifikation der arbeitslosen Menschen zunehmend weniger zu den Anforderungen der Unternehmen. Das bedeutet: Arbeitslose profitieren nicht so sehr von den Jobangeboten der Unternehmen, sondern eher Wiedereinsteigerinnen und Zuwanderer. Der Beschäftigungsaufbau wird sich auch in 2014 fortsetzen und einen neuen Höchststand erreichen. Das Risiko arbeitslos zu werden, ist verhältnismäßig gering. "Qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen deshalb wenig Sorge haben, ihren Job zu verlieren", so Pfeiffer.

Hier geht es zur Bilderstrecke: In diesen Berufen gibt es freie Stellen

(chst)