Düsseldorf: Aquazoo wird eine Million Euro teurer

Düsseldorf : Aquazoo wird eine Million Euro teurer

Wann der Tierpark nach der Generalüberholung wiedereröffnen kann, ist unklar. Die Kosten sind inzwischen auf nun rund 14 Millionen gestiegen. Durch eine Verzögerung beim Dachbau sind Tropenpflanzen erfroren.

Bei der Stadt will man sich nicht mehr auf einen Termin festlegen, wann der Aquazoo wiedereröffnet. Vor einem Jahr war noch Mai 2015 anvisiert worden, zuletzt war vom Herbst die Rede. Nun heißt es auf RP-Anfrage: "Der Eröffnungstermin ist noch offen." Grund sei, dass der Zoo nach dem Abschluss der Bauarbeiten "im Detail" hergerichtet werden müsse, außerdem müsse Zeit für den Wiedereinzug der Tiere eingeplant werden.

Die Kosten für die Generalüberholung schätzt die Stadt inzwischen auf rund 14 Millionen Euro - und damit eine Million höher als ursprünglich veranschlagt. Im städtischen Baudezernat bittet man um Verständnis. Beides - Kostensteigerung und Terminverschiebung - seien bei einem Bauprojekt in dieser Größe "trotz intensiver Planung und detaillierter Kostenberechnung" nie auszuschließen, heißt es.

In der Tat ist der Aquazoo die wohl anspruchsvollste Baustelle, um die sich die städtischen Planer derzeit kümmern. Das 1987 errichtete Spezialgebäude im Nordpark soll generalüberholt werden und ist deshalb seit November 2013 geschlossen. Da es im Innern naturgemäß feucht ist und zudem verschiedene Klimazonen simuliert werden, gibt es hohe Anforderungen an Isolierung und Technik. Außerdem finden sich bei der Entkernung auch Überraschungen für die Planer.

Eine davon hat dazu geführt, dass Tropenpflanzen beschädigt wurden. Die Stadt bestätigte auf Anfrage entsprechende Informationen der RP. Beim Ausbau der Glasscheiben in der Tropenhalle hatte sich demnach herausgestellt, dass die Farbschicht auf den Stahlträgern erneuert werden muss. Deshalb konnte das Glasdach nicht schon im Herbst geschlossen werden. Obwohl zusätzlich geheizt wurde und die Pflanzen durch Folien geschützt wurden, erlitten sie Frostschäden. Zum Ausmaß gibt es keine Angaben.

Die neu gestalteten Besucherbereiche nehmen in diesen Tagen langsam Form an. In der kommenden Woche starten die Maler ihre Arbeit. Zugleich beginnen Vorbereitungen für den Ausbau der Ausstellungsräume. Eine Spezialfirma arbeitet derweil daran, die Scheiben der Aquarien aufzubessern.

Die Büros der rund 50 Mitarbeiter des Zoos sind in Containern untergebracht. Ihr Wissen ist gefragt, wenn die neuen Tiere einziehen. Zwar sind 85 Prozent der Tiere während des Umbaus geblieben - unter anderem Insekten, Fische und Reptilien -, empfindlichere Bewohner wie Otter, Krokodile oder Pinguine wurden aber an andere Zoos gegeben. Zum Teil werden sie durch neue Exemplare ersetzt. So ziehen anstelle der Eselspinguine kleinere südafrikanische Pinguine ein. Wann die kommen, hängt davon ab, wann es Nachwuchs in der Zucht gibt. Auch deshalb will man sich nicht auf einen Termin festlegen.

Wenn der Zoo wiedereröffnet, sollen die Besucher ihn kaum wiedererkennen. Die lange im Raum stehende Erweiterung gibt es zwar nicht, der Tierpark soll aber komplett auf neuen Stand gebracht werden. Der düstere 80er-Jahre-Charme soll durch helle, einladende Räume ersetzt werden. Auf einer neuen Kinderebene sollen junge Besucher spielerisch und mit Tafeln auf Augenhöhe lernen. Außerdem wird der Zoo barrierefrei. Eine neue Attraktion wird das modernisierte Haifischbecken: Eine bessere Filteranlage ermöglicht es, auch große Fische wie Rochen zu zeigen.

(RP)
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