Aquazoo in Düsseldorf - 300 Tiere auf zwölf Quadratmetern

Artenschutz im Aquazoo Düsseldorf: 300 Tiere auf zwölf Quadratmetern

Der Aquazoo engagiert sich für den Schutz von Amphibien. In den Katakomben des Museums in Stockum gibt es den sogenannten Froschraum - dort leben zehn verschiedene Arten.

Mit Tieren, die jeder kennt und mag, kann man am leichtesten auf den Artenschutz aufmerksam machen, davon ist Sandra Honigs überzeugt. Und so beginnt die stellvertretenden Leiterin des Aquazoos ihren Vortrag zum Thema damit, dass sie ein Foto von Brillenpinguinen an die Wand des abgedunkelten Konferenzraums projiziert. "Auch die sind bedroht, man glaubt es kaum", erklärt sie Medienvertretern.

Aber neben solch charismatischen Tieren seien vor allem die Underdogs gefährdet und von denen gebe es im Aquazoo so viele wie in kaum einem anderen Zoo. Einige davon seien geradezu "unfassbar underdoggig" sagt Honigs lachend und projiziert das Foto eines Patzcuaro-Axolotl an die Wand: "Dieser arme Molch ist hoch bedroht. Er kommt nur noch in einem See in Mexiko vor, eigentlich eher eine Kloake."

Umweltverschmutzung und -zerstörung seien häufige Gründe für das Aussterben von Tierarten. Deshalb betreibe der Aquazoo im Rahmen seiner Amphibienschutzprojekte auch keine Auswilderung, erklärt Honigs: "Die Habitate sind fast nicht mehr existent. Vor Ort helfen wir, indem wir Lebensräume schützen und Zuchtstationen aufbauen."

Im Aquazoo wird vor allem geforscht und gezüchtet. In den Katakomben befindet sich der sogenannte Froschraum. "Die artenreichsten zwölf Quadratmeter Düsseldorfs", behauptet Honigs im Scherz, um dann zu präzisieren: "Wir haben hier ungefähr 300 Tiere aus zehn Arten. Nicht nur Frösche, auch andere Amphibien."

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In einem der rund 30 Terrarien sitzt ein Zagros-Molch in einer künstlichen Landschaft aus Ziegeln, Wasser und Moos. Honigs bezeichnet ihn als den "schönsten Molch der Welt". Er ist knapp zehn Zentimeter lang und feingliedrig. Sein Rücken ist schwarz-weiß gefleckt, durchzogen von einer roten Linie. Füße und Bauch sind ebenfalls rot. "Die rote Zeichnung kommt von den kleinen Krebsen, die er frisst", sagt die Biologin Beate Pelzer.

Der Zoologe Marc Meßing erklärt, warum die Nachzucht des Zagros-Molchs so wichtig ist: "Es gibt ihn nur noch in einem kleinen Verbreitungsgebiet im Iran, geschätzte 800 Tiere. Dort werden sie abgesammelt und für die Terraristik verkauft." Um dem entgegenzuwirken, seien die im Aquazoo gezüchteten Exemplare nicht nur für andere Zoos, sondern teilweise auch für den Handel bestimmt. Allerdings, betont Beate Pelzer, brauche man als Privatperson eine besondere Erlaubnis, um einen Zagros-Molch halten zu dürfen: "Und die zu bekommen, ist nicht einfach."

Im Aquazoo wird der "schönste Molch der Welt" natürlich nicht nur im Froschraum, sondern auch in den Ausstellungsräumen gehalten. Drei Zagros-Molche liegen in einem Terrarium unter einem Stück Holz und bewegen sich kaum, im Schatten des Holzes sind sie wegen ihrer schwarz-weißen Haut nur schwer zu erkennen. So werden sie von den Besuchern weitestgehend ignoriert.

Andere Tiere finden mehr Beachtung: Am Papageientaucherbecken knubbelt sich eine lachende Kinderschar. Gegenüber vor dem an der Wand hängenden Pottwalskelett stehen Karin Pesch und ihr Enkel Henrik. Karin Pesch befürwortet die Amphibienschutzprojekte des Aquazoos: "Frösche, Kröten - da muss was gemacht werden." Henrik (6) ist vor allem an den Pinguinen interessiert. "Ich spiele Eishockey und die Pittsburgh Penguins sind meine Lieblingsmannschaft."

(bs)