Aquazoo Düsseldorf: Kröten-Zusammenführung nach zwei Weltreisen

Zusammenführung in Düsseldorf : Seltene Kröten landen nach unfreiwilliger Weltreise im Aquazoo

Die südafrikanische Kröte Simba und ihr Artgenosse aus Chemnitz zeigten sich beim ersten Treffen nicht gerade begeistert voneinander. Beide Amphibien sind als blinde Passagiere eingereist – eine davon überlebte sogar die Waschmaschine und einen wilden Katzenangriff.

Die Kröte, die im Terrarium im Aquazoo Löbbecke umherspringt, ist etwa sieben Zentimeter lang, rötlich gefärbt und hört auf den Namen Simba. Normalerweise haben Kröten eine Lebenserwartung von bis zu zwölf Jahren. Doch was Simba allein in diesem Jahr durchmachte, dürfte für mehr als drei Krötenleben reichen: Im Januar schlüpfte sie in Südafrika in den Wanderschuh einer Touristin, reiste darin als blinder Passagier im Flugzeug nach Düsseldorf. Sie überlebte den Waschgang einer Waschmaschine und den Angriff einer Hauskatze.

Ihre Geschichte ging um die Welt, sogar niederländische und brasilianische Medien berichteten. Doch auch als weltberühmte Kröte blieb sie einsam in ihrem Terrarium im Aquazoo. Bis jetzt. Vor einigen Wochen wurde eine Artgenossin im Chemnitzer Zoo abgegeben, auch sie war als blinder Passagier mit einem Flugzeug eingereist – und wie Simba allein im Tierpark. Mehr Kröten ihrer Art, die wissenschaftlich Schismaderma carens heißt, gibt es laut bundesweiter Zoo-Datenbank in ganz Deutschland nicht.

Sandra Honigs, stellvertretende Direktorin des Aquazoos, telefonierte deshalb mit dem Chemnitzer Zoo, und dabei wurde beschlossen, beide Tiere in Düsseldorf zusammenzubringen. Nachdem die Chemnitzer Kröte – deutlich größer als Simba und wahrscheinlich ein Weibchen – auf Herz und Nieren untersucht wurde, ist sie für gesund befunden aus Sachsen in den Aquazoo gebracht worden. Nach drei Monaren Quarantäne ist sie am Dienstag beim – mutmaßlichen – Kröterich Simba eingezogen.

Dass blinde Passagiere im Aquazoo landen, ist keine Seltenheit, erzählt Honigs. Dieses Jahr habe der Aquazoo sieben Tiere auf diese Art bekommen. Vor allem Geckos befinden sich laut Honigs oft im Reisegepäck. Auch rufe der Zoll am Flughafen häufiger bei ihnen an, wenn illegal mitgebrachte Reptilien beschlagnahmt worden sind. Am liebsten, sagt Honigs, würde sie die „gar nicht aufnehmen müssen“. Doch man kann sie auch nicht einfach zurück ins Herkunftsland schicken. Das ist verboten, weil die Tiere Krankheiten einschleppen könnten. Hongis appelliert deshalb an Touristen, vor der Heimreise ihr Gepäck nach Tieren zu untersuchen.

Die Wanderin, in deren Schuh sich Simba in Südafrika versteckt hatte, bemerkte die Kröte nicht einmal, als sie sie mit Schmutzwäsche in die Maschine steckte. Erst nach dem Schleudergang, als ihre Katze sich zornig auf die Wäsche stürzte, flog der blinde Passagier auf

Die Chancen für eine Vermehrung der Art stehen übrigens nicht sehr gut: Kaum aufeinander getroffen waren Simba und die noch namenlose Artgenossin in entgegengesetzte Richtungen davongehüpft und hatten sich so gut versteckt, dass sie auch von den Zoomitarbeitern kaum zu finden waren.

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