Aquazoo Düsseldorf: Darum ist das Riffbecken mit Plastikmüll verschmutzt

Aktion in Düsseldorf : Riffbecken im Aquazoo mit Plastikmüll verschmutzt

Der Plastikmüll in den Meeren ist ein weltweites Problem - nicht für die dort lebenden Tiere, sondern auch für uns Menschen. Mikroplastikteile wurden schon in Lebensmitteln gefunden. Der Aquazoo Düsseldorf macht jetzt mit einem Müllbecken darauf aufmerksam.

Bereits seit vergangenem Dezember verdeutlicht die Installation eines Pottwals im Foyer des Aquazoos die Folgen des Plastikkonsums: Im Inneren des Skeletts, dort wo sich der Magen befindet, sieht man einen großen Haufen Plastikmüll und auch zwischen seinen Zähnen hat der Wal Abfall hängen.

Jetzt gibt es eine weitere Installation, die auf die Gefahren für die Meere und deren Bewohner durch Plastik und anderen Müll hinweisen soll: das Müllbecken.

Viele Millionen Tonnen Plastik treiben in den Weltmeeren und drohen ganze Ökosysteme zu vernichten. Bis sich dieser Müll zersetzt, gehen viele Jahre ins Land: Eine Plastiktüte kann sich bis zu 20 Jahre halten, bei Plastikflaschen können gar Jahrhunderte vergehen.

Doch ist das Problem damit nicht gelöst. Die zerriebenen Abfälle treiben dann als Mikroplastikpartikel durch die Meere, werden von Fischen aufgenommen, gelangen darüber in die Nahrungskette und können so zur Gefahr für den Menschen werden.

Im Düsseldorfer Aquazoo wurde nun ein Riffbecken völlig vermüllt und bietet somit einen authentischen Einblick in den Zustand vieler Korallenriffe auf der ganzen Welt. Erst hinter Plastikflaschen, Kunststoffnetzen und weiterem Treibgut können die Fische und Korallen erspäht werden - ein bekannter Anblick für viele Taucher und Schnorchler.

Den Tieren im Korallenbecken schadet die Verschmutzung übrigens nicht, denn sämtlicher Müll befindet sich in einem Hohlraum aus Plexiglas, der vor der Aquariumsscheibe angebracht ist. So entsteht lediglich der Eindruck, dass der Abfall im Wasser treibt.

Aktuell treiben laut Expertenschätzungen weltweit rund 150 Millionen Tonnen Plastikmüll durch die Meere. Auf der vietnamesischen Touristeninsel Phu Quoc im Golf von Thailand beispielsweise drohen rund 13.000 Hektar Korallenriff unter Müllbergen zu ersticken.

Laut der Umweltschutzorganisation WWF bedroht Plastik weltweit etwa 700 Meerestierarten. Betroffen seien allein im Mittelmeer Dutzende Fischarten sowie alle drei heimischen Meeresschildkrötenarten, Seevögel sowie Wale und Delfine. 18 Prozent der Thunfische und Schwertfische hätten Plastik im Magen.

Gerade das Mittelmeer, das fast vollständig von besiedelten Küsten umgeben sei, drohe zu einer „Plastikfalle“ zu werden, so der WWF. Obwohl es nur rund ein Prozent des Wassers auf der Erde enthalte, fänden sich Hochrechnungen zufolge darin sieben Prozent des weltweiten Mikroplastiks. Die Konzentration dieser Kunststoffpartikel sei im Mittelmeer fast viermal so hoch wie die des „Plastikwirbels“ im nördlichen Pazifik.

Jeder Deutsche zeichnet jährlich für durchschnittlich 220 Kilogramm Verpackungsmüll verantwortlich, Spitzenreiter in Europa. Um dem entgegenzuwirken, ist direkt neben der Installation im Aquazoo ein Schild angebracht, das die Hintergründe zum Müllbecken erklärt und hilfreiche Tipps zur Vermeidung von Plastikmüll gibt.

Die Aktion ist Teil der Sensibilisierungskampagne "World aquariums #ReadyToChange to #BeatPlasticPollution", die von vielen Aquarien auf der ganzen Welt unterstützt wird. Die Installationen am Korallenbecken wird mindestens noch bis zum 30. April im Aquazoo zu sehen sein.

(csr)
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