Oberkassel: Anwohner: Kirmes vor allem nachts zu laut

Oberkassel: Anwohner: Kirmes vor allem nachts zu laut

Der Anwohner Schutz Verein Oberkassel will mit massiven Protesten gegen die Große Kirmes am Rhein Druck auf die Politik machen.

In einem offenen Brief an Oberbürgermeister Dirk Elbers erklärt der von Marianne Franke und Ursula Op den Berg vertretene Verein, man werde notfalls auch vor Dienstaufsichtsbeschwerden gegen führende Beamte der Stadt nicht zurückschrecken, wenn man sich weiter missachtet fühle. Eine im vergangenen Jahr erneut diskutierte Verlängerung der Kirmes lehnt der Verein strikt ab.

Vor allem die Lärmbelästigung sei nicht nur unzumutbar, sondern gesundheitsschädlich. Das habe man bei einer Messung durch einen vereidigten Sachverständigen festgestellt. Nach Angaben des Vereins weigert sich das Ordnungsamt, Lärmmessungen durchzuführen.

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Also habe man auf eigene Kosten einen Fachmann beauftragt, gemessen wurde in einer Wohnung am Kaiser-Wilhelm-Ring — also auf der Straße, die direkt am Kirmesplatz liegt. Das Gutachten, das der Experte erstellte, wurde dem offenen Brief beigelegt. Danach schwankt der von der Kirmes verursachte Krach zwischen 74 und 77 dB(A) und ist damit weitaus höher, als es die Richtlinien "Freizeitlärm" zulassen. 77 dB (A) entspricht ungefähr einem in zehn Meter Entfernung vorbeifahrenden Auto. Dieser Lärm wurde angeblich sogar nachts nach 22 Uhr erreicht.

Der Verein wirft der Stadt weiter vor, Kontrollen nur "nach Gehör" durchzuführen. Eine Verlängerung der Kirmes auf 16 Tage sei schon allein deshalb unmöglich, weil dann noch strengere Ruhevorschriften griffen, erklärte der Verein gestern in dem offenen Brief.

(RP)