Einschulung in Düsseldorf: Anna — in zehn Tagen i-Dötzchen

Einschulung in Düsseldorf : Anna — in zehn Tagen i-Dötzchen

4399 Kinder werden 2010 in Düsseldorf eingeschult. Eines von ihnen ist Anna Pirwitz. Was bewegt ein Mädchen so kurz vor diesem wichtigen Ereignis? Die Rheinische Post begleitet die Sechsjährige bis zu ihrer Einschulung.

Eine spannende Zeit ist es gerade für Anna Pirwitz: Nur noch wenige Tage, dann wird die Sechsjährige eingeschult. Genau weiß sie noch nicht, wie sie sich angesichts dieses neuen, alles verändernden Lebensabschnitts fühlen soll. "Ich freue mich aufs Rechnen und auf alles andere, was wir lernen", ruft sie enthusiastisch und rast zur Bestätigung durch die Wohnung. Doch wenn sie daran denkt, dass die Kindergartenzeit damit vorbei sein soll, wird der kleine Wirbelwind ganz traurig.

Trauriger Abschied von der Kita

Wie ihr geht es 4398 weiteren Kindern in der Stadt: So viele werden am letzten Augusttag eingeschult — 290 weniger als im Vorjahr. Die meisten von ihnen werden einen Platz im Offenen Ganztag haben (siehe Info).

Anna Pirwitz wohnt mit ihrem Vater Sebastian (36), mit Mutter Barbara (34) sowie mit ihrer kleinen Schwester Sophia (4) in Rath. Am 31. August ist ihr erster Tag auf der Carl-Sonnenschein-Schule in Düsseltal. Die Sommerferien haben schön angefangen für die vierköpfige Familie — nämlich mit Urlaub in Kroatien und Süddeutschland.

In der letzten Woche bevor es in die Schule geht wird Anna noch einmal täglich die Kita besuchen. Denn ihre Mutter arbeitet dort als Erzieherin. Und weil der Vater auch berufstätig ist, ist die Kita der beste Platz zur Kinderbetreuung. "Zum Glück kann ich Anna zur Arbeit mitnehmen. Sie gilt dann als Besucherkind", sagt ihre Mutter Barbara. Annas gleichaltrige Spielkameraden sind dann jedoch nicht mehr da. Und ihre Freundinnen Madita und Marie werden auch nicht die gleiche Schule besuchen. "Mit den beiden habe ich am liebsten gespielt", erzählt Anna.

Die offizielle Verabschiedung der "Adlergruppe", wie die VorschulKinder bei St. Josef genannt werden, war schon vor den Sommerferien. Ein unvergesslicher Tag sollte es werden, nach einem Abschiedsgottesdienst haben die Kinder gemeinsam das Neandertal-Museum besucht. Dort haben sie viel über die Höhlenmenschen gelernt und Mammuts aus Ton getöpfert. Danach ging es wieder in die Kita, wo die Kinder ein letztes Mal gemeinsam gespielt und gegessen haben. In einem Fotoalbum hatten die Erzieher alles festgehalten, was die "Adlergruppe" im letzten Jahr erlebt hat. Als sie sich vor der gemeinsamen Übernachtung in der Kita die Fotos noch einmal angeschaut haben, konnte Anna nicht mehr anders: "Da habe ich angefangen zu weinen." So traurig sei sie gewesen, dass die unbeschwerte Zeit jetzt zu Ende geht.

Ein Trost ist jedoch, dass Anna zwei Kinder in der neuen Schule wiedersehen wird. Manu und Lucas sind schon ein Jahr vor ihr von der Kita zur Carl-Sonnenschein-Schule gewechselt. "Mit ihnen treffe ich mich dann auf dem Schulhof." Das hat sich das i-Dötzchen vorgenommen.

(RP)
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