Frauen zur Prostitution gezwungen: Anklage gegen Loverboy "Chris" und Lebensgefährtin

Frauen zur Prostitution gezwungen: Anklage gegen Loverboy "Chris" und Lebensgefährtin

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat Angeklage gegen einen 36-Jährigen wegen Zuhälterei und Menschenhandel erhoben. Er soll mindestens sechs jungen Frauen Liebe vorgespielt und sie dann zur Prostitution genötigt haben.

Auf Flirt-Portalen wie "lovoo" und "badoo" erschlich sich der Mann aus Essen das Vertrauen seiner Opfer und spielte ihnen ewige Treue und die große Liebe vor. Später sollten die Frauen dann für ihn in Bordellen anschaffen, unter anderem in Ratingen, Erkrath, Köln und Bochum. Das erreichte der 36-Jährige, der sich "Chris" nannte, mit emotionalem Druck, Drohungen und Gewalt, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Düsseldorf nach seiner Festnahme mitteilten.

Jetzt wurde Anklage gegen ihn wegen Zuhälterei und Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung erhoben, wie die Staatsanwaltschaft bestätigt. Der 36-Jährige soll sich mit der Masche um mindestens 70.000 Euro bereichert haben. Seine gleichaltrige Lebensgefährtin ist mitangeklagt, sie soll Beihilfe geleistet haben.

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Die sogenannte Loverboy-Masche habe bei mindestens sechs Frauen funktioniert, zwei von ihnen waren jünger als 21 Jahre. Er nahm seinen Opfern die Wohnungsschlüssel ab und fuhr sie zu den Bordellen in Süddeutschland, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden. Der 36-Jährige hat sich als Securitychef verschiedener Edelbordelle ausgegeben und griechisch klingende Familiennamen zur Verschleierung seiner Identität benutzt. Wenn seine Opfer aus der Prostitution aussteigen wollten, habe er 25.000 Euro gefordert, so die Staatsanwaltschaft.

Die Ermittler gehen von einer weitaus höheren Dunkelziffer bei seinen Opfern aus, da er mit der Masche bereits seit längerer Zeit Frauen angelockt habe.

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