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Verkehrsentwicklunsplan: Angst vor der Schnellstraße

Verkehrsentwicklunsplan : Angst vor der Schnellstraße

Das Konzept des Verkehrsentwicklunsplans, Wohnviertel durch Umgehungsstraßen zu entlasten, wird begrüßt. Aber es herrscht die Sorge, dass eine Verbindungsspange zwischen Autobahnen quer durch die Stadt entsteht.

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p class="text">"Wenn einige Straßen vom Autoverkehr entlastet werden, müssen wahrscheinlich andere Straßen stärker belastet werden." So beschreibt FDP-Fraktionsgeschäftsführer Manfred Neuenhaus das Dilemma, mit dem der Verkehrsentwicklungsplan (VEP) fertig werden muss. An einer sozialen Diskussion über die Vor- und Nachteile der Verkehrsplanung für die gesamte Stadt werde die Politik nicht vorbei kommen, ist Neuenhaus überzeugt.

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p class="text">Die Verkehrsplaner haben die Vorlage mit dem VEP geliefert, der in der kommenden Ratssitzung verabschiedet werden soll. Sie schlagen gleich für mehrere Stadtteile örtliche Umgehungsstraßen vor, die die Wohnstraßen entlasten sollen. "Wir werden deshalb in den Wohnstraßen in einigen Jahren weniger Autosverkehr haben", verspricht Verkehrsdezernent Werner Leonhardt.

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p class="text">Das bezweifelt der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rolf-Jürgen Bräer. Er glaubt, dass die vor Jahrzehnten abgelehnte Osttangente durch die Hintertür in der Stadt eingerichtet wird: "Die einzelnen Entlastungsstraßen sind später miteinander verknüpft und dann vor allem für den Wirtschaftsverkehr eine Abkürzung, um von der A46 im Süden zur A52 im Norden zu kommen."

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p class="text">Das bringe insgesamt mehr Verkehr. In den Wohngebieten selbst rechnet er mit mehr Verkehr, weil mehr Pendler als bisher in die Stadt kommen und Parkplätze suchen würden.

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p class="text">CDU-Verkehrsfachmann Andreas Hartnigk teilt diese Befürchtung nicht: "Die Umgehungsstraßen für die Wohnviertel sind keine attraktive, schnelle Route, weil sie immer wieder durch Kreuzungen unterbrochen wird." Er hält das vorgeschlagene Prinzip für richtig, pocht aber auch auf faire Planung. Wenn eine neue Entlastungsstraße im Bereich Derendorfer Güterbahnhof gebaut werde, dürfe der jetzige Lastring nicht so stark belastet bleiben wie bisher.

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p class="text">Schon rein technisch ist der VEP für Grünen-Ratsherr Norbert Czerwinski widersprüchlich. Auf einigen Umgehungsstraßen würde eine starke Zunahme des Verkehrs vorausgesagt. Am Ende der Umgehungstrassen jedoch an der Einmündung in die normalen Straßen werde davon nicht mehr gesprochen. "Die Autos können doch nicht einfach verschluckt werden", kritisiert Czerwinski. Für den Grünen nur ein Beispiel, dass der Verkehrsentwicklungsplan unausgereift sei.

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p class="text">Bis ins Detail könne der VEP solche Fragen nicht beantworten, meint dagegen Manfred Neuenhaus. "Das ist eine Generallinie, die flexibel, wo gerade möglich, durch konkrete Maßnahmen verwirklicht werden muss", meint er.

In jedem einzelnen Fall müsse diskutiert werden, ob die Zielrichtung erfüllt sei. Dazu gehöre nach Meinung der FDP auch, dass die Umgehungsstraßen nicht miteinander verknüpft werden, sondern der Verkehr durch Nadelöhre wie Kreisverkehr oder Kreuzung gebremst wird. Neuenhaus: "Die FDP will keine Osttangente.