Mord an Kindergärtnerin: Angeklagter gesteht

Mord an Kindergärtnerin : Angeklagter gesteht

Seit Donnerstag muss sich ein 32-Jähriger wegen Mordes vor einem Düsseldorfer Schwurgericht verantworten. Laut Anklage hatte der Mann seine Ex-Verlobte an einem Septembernachmittag 2008 in ihrer Wohnung an der Frankenstraße zur Fortsetzung der Beziehung gedrängt. Als die junge Frau ihm aber einen Korb gab, sich von ihm bloß den Nacken massieren ließ, da habe er einen Riemen ihrer Handtasche rücklings um ihren Hals geschlungen und sie erstickt.

Dann habe er ihre Handtasche geplündert und mit ihrer EC-Karte insgesamt 2000 Euro abgehoben. Eifersucht oder Habgier vermutet der Staatsanwalt als Motiv.

Vom Angeklagten kam, vorgelesen von seinen Anwälten, nur eine teilweise Bestätigung. Demnach habe er die Ex-Verlobte zwar getötet, aber die Umstände seien anders als dargestellt. Nach zwei Jahren in gemeinsamer Wohnung habe er sogar einer Heirat zugestimmt, aber er habe längst gespürt, dass Schluss sei. Er sei deshalb aus der Wohnung ausgezogen, sei mit einer verheirateten Freundin intim geworden und habe der Ex-Verlobten trotzdem vorgelogen, er wolle " eine Pause", brauche Zeit für sich. Aber weil die Kindergärtnerin über Handy dauernd Text-Nachrichten geschickt habe, habe er sich wieder mit ihr getroffen. Er habe ihren Nacken massiert, als es Streit gab, weil er sie auf ihre Handy-Texte angesprochen habe. "Sie sagte, ich sei doch nur ein Versager."

Sie habe von seiner Vorstrafe (Besitz von Kinderpornos) gewusst und gedroht, das herumzuerzählen. Und als sie ihm obendrein vorgeworfen habe, "ich wolle nur Kinder haben, um sie zu missbrauchen" — da habe das bei ihm "etwas ausgelöst". Als Kind sei er sexuell missbraucht, sogar zwei Mal vergewaltigt worden, habe das aber zu verschweigen gelernt. "Ich bin nicht eiskalt, ich habe Gefühle. Aber ich muss dagegen kämpfen, damit sie mich nicht überrollen." Auch habe er sein Opfer nicht rücklings erwürgt. Als er nach dem Riemen ihrer Tasche griff, habe sie ihn verhöhnt: "Das traust du dich ja doch nicht." Da habe er seinen "Kopf nicht mehr klarbekommen" und sie gewürgt. Doch als sie reglos blieb, habe er in "riesiger Angst" ihr Geld und ihre EC-Karte genommen und sei zur Bank — "weil es wie ein Raub aussehen sollte". Gutachter sollen nun über den Angeklagten aussagen.

(RP)
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