Notunterricht in Düsseldorf: An zwei Schulen muss weiter improvisiert werden

Notunterricht in Düsseldorf : An zwei Schulen muss weiter improvisiert werden

Monika Maraun ist weiterhin im Wartestand. Vergangene Woche hatte die Leiterin der Paulusschule noch gehofft, dass der Unterricht an ihrer Grundschule gestern wieder hätte aufgenommen werden können. Doch das klappte nicht. Eine Kastanie hatte seit dem Sturm am Pfingstmontag den Zugang zum Schulgelände unmöglich gemacht.

Die Schäden am Dach, die ein umgestürzter Kamin verursacht hatte, konnten so nicht repariert werden. Auch gestern wartete sie noch auf den Hubsteiger, damit die Dachdecker ihre Arbeit beginnen können, am Nachmittag hatte sich der Statiker angesagt. "Auf dem Schulhof liegt außerdem noch ein Baum. Vor nächster Woche wird das hier bestimmt nichts", befürchtet Maraun.

Eine falsche Prioritätensetzung wirft Svenja Kruse-Glitza der Stadt bei der Beseitigung von Schäden vor. Auch an der Grundschule am Farnweg in Stockum herrsche seit "Ela" Notunterricht. "Es liegen noch immer zwei Bäume auf dem Dach, der Schulhof ist größtenteils gesperrt, die OGS nur eingeschränkt nutzbar", sagt die Mutter. Es gebe massiven Unterrichtsausfall, die Eltern müssten ihre Kinder immer um 12 Uhr abholen. "Es ist kein Ende abzusehen. Und das Schlimmste: Die Schäden am Gebäude konnten noch gar nicht genau begutachtet werden. Damit ist auch nicht klar, ob der ohnehin marode Anbau mit vier Klassenräumen nach den Ferien noch zu benutzen ist", erregt sich Kruse-Glitza.

Die Stadt räumt zwar ein, dass Unterricht und OGS an der Grundschule am Farnweg aktuell nur eingeschränkt laufen könnten - zehn Räume sowie die Schulhöfe seien gesperrt - der indirekte Vorwurf der Untätigkeit wird aber zurückgewiesen. Vom Amt für Gebäudemanagement und dem Gartenamt heißt es übereinstimmend, dass alle Bäume noch heute beseitigt würden und im Anschluss eine exakte Schadensermittlung vorgenommen werde.

Das Schulverwaltungsamt lobt in einer Stellungnahme die Eltern, die durch flexible Abholzeiten von der OGS (zwischen 12 und 16.30 Uhr) zur Entlastung der Situation beitragen würden. Dass trotz der erheblichen Einschränkungen überhaupt das komplette Betreuungsangebot aufrechterhalten werden könne, liege nicht zuletzt an der Arbeiterwohlfahrt als Kooperationspartner der OGS.

(arc)
Mehr von RP ONLINE