1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf

An den Flughäfen Düsseldorf und Köln beantragt die Sicherheitsfirma Kurzarbeit

Wegen Coronavirus : Kötter beantragt Kurzarbeit an den Flughäfen Düsseldorf und Köln

Die Corona-Auswirkungen der Airline-Branche treffen nun auch die zwei größten Airports von NRW direkt. Das Sicherheitsunternehmen Kötter Securities hat Kurzarbeit für die Sicherheitsassistenten beantragt.

Der Absturz der Airline-Industrie wegen der Corona-Krise trifft nun auch die Flughäfen Düsseldorf und Köln direkt. Das Sicherheitsunternehmen Kötter Securities hat gegenüber unserer Redaktion erklärt, Kurzarbeit an den zwei Standorten zu beantragen, weil man damit rechnet, dass deutlich weniger Flugsicherheitsassistenten für die Kontrolle der Passagiere angefordert werden. Peter Lange, Chef von Kötter Securities, sagt: „Wir werden heute vorsorglich Kurzarbeit für die Standorte Düsseldorf und Köln beantragen für den Fall, dass die Zahl der angeforderten Kontrollstunden von der Bundespolizei stark gesenkt wird. Weil das Passagieraufkommen sehr deutlich sinkt, halte ich das kurzfristig für denkbar.“

Kurzarbeit sei auch „aus Fürsorge für die Mitarbeiter richtig“, sagt er. Es sei „besser wenn an den Flughäfen nur die Luftsicherheitsassistenten im Einsatz sind, die auch gebraucht werden.“ Gemeint ist, dass das Infektionsrisiko für die Menschen am Flughafen höher ist als wenn diese zu Hause sind.

In Düsseldorf beschäftigt Kötter Securities 1100 Mitarbeiter, in Köln sind es 600 Mitarbeiter.

Die Gewerkschaft Verdi hält wenig von der geplanten Kurzarbeit. „Das verunsichert die Menschen“, sagt der zuständige Gewerkschaftssekretär Özay Tarim. „Das Unternehmen muss mit uns reden, bevor es Kurzarbeit beantragt. Dann wollen wir auch die Verträge von Kötter mit der Bundespolizei sehen.“

Dabei ist die Zahl der Passagiere in Düsseldorf um mindestens 60 Prozent eingebrochen, schätzen Insider. Die Fluglinie Lauda wird ab Dienstag den Verkehr ab Düsseldorf einstellen. Eurowings will die Zahl der eingesetzten Flugzeuge deutlich reduzieren. In eine Reihe an Ländern finden keine oder fast keine Flüge mehr statt, beispielsweise Spanien, USA und China.

Die ganze Branche steckt in einem Desaster. Tui hat angekündigt, Staatshilfe zu beantragen und stellt den Reisebetrieb zu einem großen Teil ein. Die Lufthansa hat ebenfalls angekündigt, Staatshilfe beantragen zu wollen. Bei Condor wird ein solcher Schritt erwogen.

Hintergrund ist immer, dass der Reiseverkehr in Europa zusammenbricht. Geschäftsreisende buchen nur noch extrem selten, die Urlauber stornieren Reisen, die Bundesregierung rät von Auslandsreisen ab. Viele Länder sind gesperrt für Deutsche.