Düsseldorf: Amtsleiter für das Rathaus gesucht

Düsseldorf : Amtsleiter für das Rathaus gesucht

Der neue Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) hat viel Spielraum bei der Besetzung städtischer Führungsposten. Derzeit sind die Spitzen mehrerer Ämter und Institute vakant, darunter die Bereiche Sport, Umwelt und Personal.

So eine günstige Situation findet nicht jeder frisch gewählte Rathaus-Chef vor: Gleich sechs der 46 städtischen Amts- und Institutsleitungen sind derzeit vakant. Somit hat Oberbürgermeister Thomas Geisel (SPD) reichlich Spielraum, um dem Führungspersonal seine Handschrift zu geben. Solche Posten können aber auch Verhandlungsmasse sein, wenn es darum geht, die Ampel-Koalitionäre SPD, FDP und Grüne bei Themen, die ihm wichtig sind, wohlwollend zu stimmen. In erster Linie, das versichert jeder Verwaltungschef, geht es allerdings darum, die Amtsleitungen fachlich möglichst gut zu besetzen.

Manchmal wird dafür sogar eine Stelle zum zweiten Mal ausgeschrieben. Das war in Düsseldorf zum Beispiel bei der Spitze des Umweltamts der Fall. Deren Leiter, Klaus von Zahn, wechselte nach nur einem Jahr auf den Posten in gleicher Funktion Anfang September nach Freiburg. Die Stelle war schon einmal ausgeschrieben. "Die Bewerber haben aber nicht dem geforderten Profil entsprochen", sagt Personaldezernent Andreas Meyer-Falcke. Vor zwei Wochen wurde die Stelle erneut ausgeschrieben - anders als beim letzten Mal ist die Bezahlung diesmal variabel formuliert. Offenbar erhofft man sich davon mehr passende Bewerber.

Auch für die Leitung des Rechnungsprüfungsamts gibt es jetzt eine zweite Runde, wie Stadtdirektor Manfred Abrahams bestätigt. Der langjährige Behördenchef Wolfgang Braun war bereits im Herbst 2013 in den Ruhestand getreten. Die Stelle wurde ausgeschrieben, laut Abrahams entsprach jedoch kein Bewerber dem Anforderungsprofil. Deshalb wurde ein Personalberater beauftragt, wegen der Kommunalwahlen lag das Verfahren jedoch auf Eis - und wird jetzt wieder aufgenommen. Während andere Amtsleiterstellen vom OB als Chef der Stadtverwaltung im Einvernehmen mit dem Rat besetzt werden, entscheidet über die Spitze des Rechnungsprüfungsamts allein der Stadtrat. Und zwar deshalb, weil dieses Amt Teil der Kontrolle der Verwaltung durch die Politik ist. Die Leitung der Behörde hat also eine besondere Stellung innerhalb des Rathauses. Da Rechnungsprüfungsausschuss und Stadtrat darüber abstimmen, rechnet Abrahams damit, dass die Stelle erst Anfang kommenden Jahres besetzt sein wird.

Seit langem vakant sind auch die Bereiche, die bisher in Hauptamt und Zentrale Dienste aufgeteilt waren und neu zugeschnitten wurden: in ein Personalamt sowie in ein Amt für Organisation und Zentrale Dienste. Beide Stellen wurden ausgeschrieben, die Bewerbungsfrist lief bereits Mitte Februar ab. Bewerber soll es reichlich gegeben haben, auch eine Vorauswahl und Gesprächstermine. Besetzt wurden die Amtsleitungen damals nicht. Jetzt wird es einen neuen Anlauf geben. Meyer-Falcke sagt, es sei wichtig, dass der Bereich Personal wieder in einem eigenständigen Amt geführt wird. "Denn das Personal ist der Schwerpunkt bei der Frage, wie wir die Stadtverwaltung aufstellen wollen." Dabei gehe es nicht nur darum, im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen, sondern auch darum, Mitarbeiter zu finden, die bereit seien, ihren Fachbereich nach einiger Zeit zu wechseln. Erste Namen für das Personalamt kursieren bereits auf den Rathaus-Fluren, darunter der eines Dezernenten aus Grevenbroich.

Auch die Leitung des Sportamts ist seit zwei Wochen ausgeschrieben. Dieser Posten hat für einen Oberbürgermeister besondere Relevanz, weil an der Stelle über das Wohl und Wehe der zahlreichen Sportvereine in der Stadt entschieden wird. Die Vereinsmitglieder sind auch ein interessantes Wählerpotenzial. Vakant ist außerdem auch die Spitze der Volkshochschule, nachdem deren langjährige Leiterin Anne Kalender-Sander im Führjahr überraschend gestorben ist. Die Gespräche laufen derzeit.

(RP)