Amtsgericht Düsseldorf: Zwei Prozesse wegen Mäusekots in Restaurants

Amtsgericht Düsseldorf : Zwei Prozesse wegen Mäusekots in Restaurants

Mäusebefall und Schimmel: Bei zwei Kontrollen des Amtes für Verbraucherschutz wurden in Düsseldorfer Lokalen umfassende Verstöße festgestellt. Vor Gericht wehren sich die Leiter jetzt gegen ihre Strafen.

In gleich zwei Prozessen an einem Tag geht es demnächst beim Amtsgericht um unappetitliche Verhältnisse in Restaurants. So muss sich ein Geschäftsführer eines Lokales in Düsseldorf wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz verantworten, weil Kontrolleure des Amtes für Verbraucherschutz dort Ende Oktober 2018 erheblichen Mäusebefall feststellten. In dem Raum, in dem Lebensmittel gelagert wurden, sei sogar ein Mäusekadaver gefunden worden. Der Prozess findet am 15. Mai um 11 Uhr (Saal E.111) statt.

An vielen Stellen des Lokals war der Fußboden laut Amtsgericht mit Mäusekot verunreinigt, unter anderem auch in den Rand- und Eckbereichen des Gastraums. Der Fußboden der Topfspüle sei mit schimmelähnlichen Belegen und Lebensmittelresten verunreinigt gewesen. Ähnliche Beanstandungen gab es auch in der Küche des Lokals. Im Inneren des Kühltisches habe sich eine schleimige Brühe gefunden. Im Keller waren Lebensmittel teils ohne Folie eingefroren.

Gegen den 66-jährigen Geschäftsführer, der in Köln lebt, war per Strafbefehl eine Geldstrafe in Höhe von 50 Tagessätzen à 200 Euro verhängt worden. Dagegen wehrt er sich nun vor dem Amtsgericht.

Im zweiten Prozess, der eine halbe Stunde danach beginnen soll, wehrt sich die Inhaberin eines Düsseldorfer Lokals ebenfalls gegen eine Geldstrafe, in diesem Fall 50 Tagessätze à 80 Euro. Hier geht es um eine Kontrolle im vergangenen Januar, auch dabei wurde „erheblicher, sichtbarer Mäusebefall“ festgestellt – und eine lange Liste mit weiteren Verstößen.

So gab es den Angaben zufolge auch keine Pläne für die Reinigung und für die Einhaltung der Temperaturvorschriften für die gelagerten Lebensmittel. In der Küche seien die Regale hinter der Kochstelle aus unbehandeltem Holz gewesen, auch hier sei Schädlingsbefall festgestellt worden. Im Innenraum der Spülmaschine habe es alte Rückstände gegeben, und Lebensmittel wie Reis seien in verunreinigten Behältern aufbewahrt worden.

Anmerkung der Redaktion: In der ursprünglichen Version dieses Artikels haben wir fälschlicherweise geschrieben, dass der Mäusebefall in dem Lokal im Oktober 2010 festgestellt wurde. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.

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