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Amtsgericht Düsseldorf: Geschäftsfrau wegen geplatztem Geschäft mit 3D-Druckern angeklagt

Prozess vor Amtsgericht Düsseldorf : Betrugsverdacht mit 3D-Druckern

3D-Drucker im Wert von 130.000 Euro haben Kunden bei einer Geschäftsfrau bestellt und im voraus bezahlt. Doch die Drucker kamen nie an. Jetzt steht die Frau wegen des Betrugsverdachts vor Gericht.

Sechs Jahre nach geplatzten Geschäften mit 3D-Druckern kam eine Kauffrau (47) am Mittwoch vors Amtsgericht. Fast 130.000 Euro soll sie laut Anklage von sieben Kunden zwischen 2013 und 2014 kassiert haben – ohne die im Voraus bezahlten Geräte je zu liefern.

Das gab sie als Angeklagte auch zu, nur die Schuld sah sie bei anderen. Ihr Anwalt konterte die Betrugsanklage zudem mit dem Argument, die Geschäftsfrau sei damals „psychisch erkrankt“ gewesen, daher „gar nicht in der Lage, die Dinge zu überblicken“.

Fakt ist: Bis zu 60.000 Euro hatten Käufer damals für 3D-Drucker oder für Scanner an die Frau und deren Firma an der Oststraße gezahlt. Statt der Geräte erhielten die Kunden aber nur Versprechungen.

Jetzt ließ die Frau über ihren Anwalt erklären: „Sie hat das ganze Geld nicht eingesteckt, sondern an die Hersteller der Geräte weiter gegeben.“ Nur seien jene Fabrikanten in den USA wegen großer Nachfrage selbst in „Lieferprobleme“ geraten.

Seine Mandantin habe noch versucht, die Interessenten ruhig zu halten, bis die Ware doch noch eintreffen könnte. Als das aber nicht geschah, sei die Firma der Angeklagten selbst „den Bach runter gegangen“, die Angeklagte habe sogar Insolvenz anmelden müssen.

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Von einem Betrug oder einer Täuschung der Kunden könne allerdings keine Rede sein. Ein Gutachter schloss gestern nicht aus, dass die Schuldfähigkeit der Angeklagten damals womöglich stark eingeschränkt war. Ein Urteil ist für den 17. April vorgesehen.