Prozess vor dem Amtsgericht Düsseldorf Angeklagter profitiert von Cannabis-Legalisierung

Düsseldorf · Ein wegen Drogenbesitzes vor dem Düsseldorfer Amtsgericht angeklagter Mann hat von der seit Anfang April geltenden Cannabis-Legalisierung profitiert. Er kam um eine Gefängnisstrafe herum.

Der Eingang des Amtsgerichts in Düsseldorf.

Der Eingang des Amtsgerichts in Düsseldorf.

Foto: Christoph Schroeter

Das neue Cannabisgesetz hat einen Angeklagten in Düsseldorf vor dem Gefängnis bewahrt. Der 37-Jährige musste sich am Amtsgericht am Dienstag wegen illegalen Besitzes von Heroin und Cannabis verantworten.

Nach alter Rechtslage hätte der Mann eine nicht geringe Menge Drogen besessen, was als Verbrechen gilt. Nach dem neuen Recht, das seit Montag gilt, so Richterin Britta Brost, liege die Menge knapp unter dieser Grenze.

Damit sei der Drogenbesitz nur noch ein Vergehen, was Geld- und Bewährungsstrafen ermögliche. Über seinen Verteidiger gestand der 37-Jährige die Vorwürfe. Er wurde am Dienstag zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt und muss als Bewährungsauflage bis Ende Juli eine Drogenentzugstherapie antreten.

Er war am 9. Juni 2022 am Düsseldorfer Hauptbahnhof mit knapp fünf Gramm Heroin und 1,6 Gramm Cannabis erwischt worden. Der 37-Jährige ist mehrfach vorbestraft. Im Prozess erklärte er, keine Drogen mehr zu nehmen. Das Urteil ist rechtskräftig, weil beide Seiten auf Rechtsmittel verzichteten.

(csr/dpa)
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