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Amtsgericht Düsseldorf: 400 Euro Strafe für Telefonterror über Notruf-Leitung

Amtsgericht Düsseldorf : 400 Euro Strafe für Telefonterror über Notruf-Leitung

Ein mit viel Wodka nachgefeierter Geburtstag kostet eine 29-jährige Frau aus Düsseldorf-Flingern jetzt 400 Euro Strafe. Damit war sie am Mittwoch vor dem Amtsgericht noch gut bedient.

Im „besoffenen Kopp“, so ihr Anwalt, hatte sie in einer Augustnacht 2019 x-fach die Notrufnummer der Polizei gewählt und sich über ihre Mutter beklagt. Auch Ermahnungen der Beamten, sie solle die Notrufleitung nicht blockieren, halfen nichts: Weil die Frau in der Nacht noch elf weitere Anrufe über die 110 absetzte, musste sie wegen Missbrauch des Notrufs vor das Amtsgericht Düsseldorf.

700 Euro Strafe wollte sie nämlich nicht akzeptieren, hatte Einspruch eingelegt und erzielte einen Teilerfolg. So betonte ihr Verteidiger, die 29-Jährige habe in dieser Wodka-Nacht wirklich geglaubt, „sie bräuchte polizeilichen Schutz“. Und zwar vor ihrer Mutter, die nach einem Streit dauernd angerufen, sie und ihre Kinder beleidigt und bedroht habe.

„Ich wollte, dass die Polizei hinfährt, ihr das Telefon wegnimmt“, so die Angeklagte. Nur konnte sie das bei den Beamten nicht klar ausdrücken. „Sie konnte reden“, erinnerte sich ein Polizist. „Aber was sie sagte, machte keinen Sinn!“ Also wurde nicht der Mutter das Telefon abgenommen, sondern der betrunkenen Tochter.

„Es war kein böser Scherz, dass sie anrief“, so der Richter im Urteil. Aber so schwer könne die 29-Jährige auch nicht betrunken gewesen sein: „Sie konnte ja immer noch bei der 110 anrufen!“ Dennoch senkte er die zunächst verhängte Strafe auf jetzt 400 Euro. Und die darf die 29-Jährige kurz vor ihrem nächsten Geburtstag nun sogar in Raten abstottern.