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Düsseldorf: Amtlich: Mehr als 600.000 Düsseldorfer

Düsseldorf : Amtlich: Mehr als 600.000 Düsseldorfer

Die Bevölkerung in der Landeshauptstadt wuchs allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres überdurchschnittlich um 2502 Menschen. Die Umstellung auf Zahlen des Zensus kann eine leichte Delle in der Statistik bringen.

Der neue Oberbürgermeister Thomas Geisel kann in der ersten Ratssitzung unter seiner Leitung am 18. September mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine schöne Zahl verkünden: In Düsseldorf leben wieder mehr als 600 000 Menschen. Zuletzt war dies Anfang 1979 der Fall.

Das Amt für Statistik hat gerade die Zahlen für den 31. Mai ermittelt. Danach lebten an diesem Stichtag genau 599 604 Menschen in der Stadt. Ein rasanter Zuwachs von 2502 Bürgern, denn zum Jahresende 2013 lag die Gesamtzahl bei 597 102. In jedem Monat sind folglich im Schnitt 500 Einwohner hinzugekommen, weswegen man im Amt davon ausgeht, dass die Schallmauer von 600 000 Einwohnern bereits durchbrochen ist. Es dauert immer einige Wochen, bis ein Monat in der Bevölkerungsentwicklung bilanziert ist, denn dafür werden Geburten, Sterbefälle sowie Zu- und Fortzüge saldiert.

Düsseldorf wächst also in zunehmender Geschwindigkeit, dies dank der Fertigstellung von Wohneinheiten in Neubaugebieten, vor allem durch Verdichtungen in der City und im Ring rund um die Innenstadt. Der Leiter des Amtes für Statistik und Wahlen, Manfred Golschinski, hat für die Rheinische Post zu Jahresanfang bei einer Bewertung der letzten 15 Jahre von einer steten Aufwärtsentwicklung gesprochen. "1999 lagen wir bei 567 000 Einwohnern, seitdem haben wir 30 000 Menschen hinzugewonnen." Der Zuzug sorgte auch in Vierteln wie der Innenstadt für Wachstum, obgleich dort kaum neue Wohnungen entstanden. "Da machten vielfach Alleinstehende Platz für Familien und zogen in kleinere Wohnungen."

Das jährliche Einwohnerplus betrug in den Jahren seit 1999 durchschnittlich 2143 Köpfe pro Jahr. Diese Zahl steigt. Allein im vorigen Jahr wuchs die Zahl der Düsseldorfer um 3352, nun könnte dieser Wert noch beeindruckender ausfallen. Diese Prognose fällt nicht schwer, denn an vielen Stellen in der Stadt werden neue Wohngebäude hochgezogen, 14 000 neue Wohneinheiten sollen es insgesamt in den nächsten Jahren sein. Wenn die Städtische Wohnungsgesellschaft, wie von der in Verhandlungen stehenden Ampelkoalition gewünscht, wieder einen aktiveren Part übernimmt, fällt dieser Zahl höher aus.

Eine Umstellung im Zählverfahren könnte für eine vorübergehende Delle sorgen. Die Stadt schreibt in ihrer Statistik die Ergebnisse der Volkszählung 1987 fort. Die Kommunen sollen nun aber den Zensus von 2011 der Bevölkerungsstatistik zugrundelegen. Beim Zensus liegt die Gesamtzahl der Düsseldorfer um rund 2500 niedriger. Wenn dieser also angewandt wird, sinkt die Zahl kurzzeitig - die 600 000 dürfte davon aber wegen des rasanten Wachstums wohl unberührt bleiben.

Hier geht es zur Infostrecke: Zensus 2011: Düsseldorf in Zahlen

(RP)