Düsseldorf: Amoklauf in Kanzleien: Anwalt verklagt Täter

Düsseldorf : Amoklauf in Kanzleien: Anwalt verklagt Täter

Beim Landgericht hat gestern ein Zivilprozess gegen einen zu lebenslanger Haft verurteilten Mehrfachmörder begonnen. Der 50-Jährige hatte 2014 in zwei Anwaltskanzleien in Düsseldorf und Erkrath zwei Anwälte und eine Büroangestellte getötet und in den Büros Feuer gelegt. Dafür war mit der Höchststrafe belegt worden. Der Inhaber der Düsseldorfer Kanzlei verklagt den damaligen Täter in einer Teilklage jetzt auf rund 18 000 Euro Schadensersatz. "Es geht uns um das Taschengeld des inhaftierten Täters", so Kläger-Anwältin Ute Hasskamp. Insgesamt lägen die Forderungen, die der Kanzleiinhaber gegen den Mörder erhebt, "wohl im sechsstelligen Bereich".

Nach der Tat, so die Klage, habe der Büroinhaber seine Kanzlei nicht weiter nutzen, sondern ein neues Büro aufwendig einrichten müssen. Allein 10 000 Euro habe eine neue Computeranlage gekostet. Auch für Umzug und Büroaufbau (rund 1500 Euro) soll der verurteilte Mehrfachmörder aufkommen. Der Richter erklärte, er halte diese Ansprüche wohl für berechtigt. Ob der Kläger diese Summen aber je von dem inhaftierten Koch erhält, ist zweifelhaft. Vom Arbeitsentgelt des 50-Jährigen im Gefängnis bleiben monatlich nur geringe Beträge zur freien Verfügung.

Werden die Forderungen des Anwalts anerkannt, könnte er seine Ansprüche allerdings auch nach der Haftentlassung gegen den 50-Jährigen noch geltend machen. Eine erste Entscheidung über die Teil-Klage wird Ende Juni erwartet.

(wuk)
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