Fund in Düsseldorf: Amerikanischer Krebs im Rhein

Fund in Düsseldorf : Amerikanischer Krebs im Rhein

Offenbar erobern nun Flusskrebse den Rhein. RP-Leser Ingo Gemmer hat jetzt einen Flusskrebs auf der Landzunge zwischen Rhein und Altrhein in Urdenbach am Ufer entdeckt und fotografiert. Für den Naturfreund ist der mehr als handgroße Krebs ein Indiz für die gestiegene Wasserqualität des Stromes.

Naturschützer indes zeigten sich gestern auf RP-Anfrage weniger erfreut über den Fund. "Bei dem Tier handelt es sich um einen Amerikanischen Signalkrebs. Es ist kein heimischer Edelkrebs, sondern dessen unerwünschter Rivale", sagt Harald Groß vom Edelkrebsprojekt NRW, einer gemeinsamen Initiative der Fischereiverbände und des Naturschutzverbands Nabu.

In den 1960er Jahren waren die Bestände des Edelkrebses in Deutschland stark durch die Krebspest, eine Pilzerkrankung, dezimiert worden. Daher wurde in deutschen Gewässern der aus den Rocky Mountains stammende Verwandte eingebürgert. "Dieser ist resistent gegen den Pilz, überträgt ihn aber trotzdem weiter an die heimischen Verwandten", sagt Groß. Dadurch hat der Signalkrebs die Edelkrebsbestände weiter verdrängt.

In der Düssel ist der Amerikaner schon seit Jahren verbreitet, tausende Tiere leben dort, Der Fund im Rhein aber ist für den Naturschützer eine Seltenheit. Laut Groß ist der Signalskrebs aggressiver als der Edelkrebs. "Wenn man die Finger zwischen die Zangen hält, muss damit rechnen, dass er zupackt", so Groß. Gefährlich sei er für den Menschen aber nicht.

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